Acer und Asus: Nokia erwirkt Verkaufsstopp vieler Notebooks

Auch Desktop-PCs sind teilweise betroffen

Wer aktuell die Websites von Acer und Asus aufruft, um nach Komplett-PCs oder Notebooks Ausschau zu halten, erlebt eine Überraschung. Denn die beiden Hersteller bieten derlei Produkte in Deutschland größtenteils nicht mehr an. Nur noch wenige Modelle sind verblieben. Ursache ist eine Patentklage Nokias. Hier hatte das Landgericht München I dem finnischen Unternehmen recht gegeben. Es geht um Patente, die sich rund um den Videocodec H.265 bzw. HEVC drehen.

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So wirft Nokia Acer und Asus vor, die entsprechenden Patente zu nutzen, aktuell aber keine Lizenzgebühren dafür zu zahlen. Vor Gericht wurde festgestellt, dass beide Hersteller aber zu FRAND-konformen Konditionen in der Pflicht seien, eben jene Gebühren zu entrichten. Deswegen sind Unterlassungsverfügungen beschlossen worden, die den Verkaufsstopp betroffener Geräte zur Folge haben. Deswegen sind nur noch vereinzelt PCs bzw. Notebooks der beiden Hersteller erhältlich, zumeist ältere Modelle.

Acer Swift Edge 14 AI-SFE14-151

Während Asus noch einige Modelle über seinen Shop anbietet, hat Acer seine Unterseite für Notebooks derzeit gänzlich offline genommen. Wer sie aufruft, erblickt nur einen Verweis auf angebliche Wartungsarbeiten. Im Übrigen können Händler ihre Lagerbestände noch abverkaufen. Daher haben Anbieter wie Amazon, MediaMarkt, Saturn und Co. noch PCs und Notebooks der beiden Marken im Repertoire. Allerdings dürfen Acer und Asus den Partnern derzeit wegen des Gerichtsurteils keinen Nachschub mehr liefern.

Ursprünglich hatte Nokia im letzten Jahr nicht nur gegen Acer und Asus, sondern auch gegen Hisense geklagt. Mit Letzteren ist man sich aber noch einig geworden, bevor es am Markt zu Konsequenzen kommen konnte. Acer und Asus wollen wohl nicht klein beigeben und Berufung einlegen, womit der Rechtsstreit in der nächsthöheren Instanz weitergehen würde. Allerdings könnten hinter verschlossenen Türen weiter Verhandlungen laufen. Denn beide Seiten dürften am Ende ein Interesse an einer finanziellen Einigung haben.

Quelle: JUVE-Patent

André Westphal

Redakteur

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