Huawei MatePad Air im Test - Seite 3

12"-Tablet mit überragendem PaperMatte-OLED-Display

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Praxis & Benchmarks

Das Huawei Matepad Air muss in zwei Belangen überzeugen: Hardware und Software. Auch wenn das Tablet auf Android 12 basiert, kämpft es aufgrund fehlender Zertifizierungen mit einigen Problemen, die man so nicht gewöhnt ist.

Dank dem speziellen Aurora-Store können aber viele Einschränkungen umgangen werden. Dieser lässt sich über den Huawei-eigenen Store installieren und installiert dann MicroG noch zusätzlich nach. Von hier an kann man YouTube & Co. installieren. Es wird dann ein anderes Gerät gegenüber Google gemeldet, als man eigentlich in der Hand hält. So umgeht man letztlich die Beschränkungen, die Huawei aufgelegt worden sind.

Das OLED-Display ist wie schon gesagt sehr hell, farbintensiv und perfekt für die Nutzung im Außenbereich geeignet. Um den verwendeten Prozessor mit den zugehörigen 12 GByte LPDDR5-RAM zu testen, nutze ich als Anhaltspunkte 3DMark und Geekbench. Im 3DMark Wild Life Extreme erreicht das Tablet 1937 Punkte, das sind 50 Prozent mehr als das Huawei Pad 11.5 S von diesem Jahr.

Huawei Matepad Air – 3DMark Wild Life Extreme

Geekbench 7 stürzt im GPU-Benchmark ab, dadurch kann ich euch nur den CPU-Score mitteilen.

Huawei Matepad Air – Geekbench CPU

Die Akkulaufzeit mit PCMark wurde mit einer Helligkeit von 40 Prozent durchgeführt und erreichte 14 Stunden. Das ist ein sehr guter Wert. Der 10000 mAh große Akku verliert in 24h-Standby mit verbundenem WLAN ca. vier Prozent seiner Ladung. In YouTube verbraucht das Tablet während der Abendstunden ca. 7 Prozent der Akkuladung pro Stunde, bei maximaler Helligkeit sind es 11 Prozent. Der Darkmode entlastet dabei den Akku sehr stark, da nur die hellen Bildpunkte bei einem OLED-Display Energie zum Leuten benötigen. Um den Akku beim Aufladen zu schonen, kann der maximale SOC auf 70, 80, 90 oder 100 Prozent eingestellt werden.

Huawei Matepad Air – PCMark Ausdauertest

Das Aufladen mit dem mitgelieferten Netzteil läuft nur sehr kurz auf voller Leistung. Zudem hatte ich je nachdem wie rum man das USB-C Kabel eingesteckt hat, verschiedene Ladeleistungen. Dadurch lädt es am Anfang nur mit 11 Watt. Danach habe ich das Kabel gedreht und kurzzeitig gut 60 Watt gemessen. Von 10 auf 80 Prozent lädt es in ca. 20 Minuten, die restlichen 20 Prozent benötigen nochmal 30 Minuten. Über USB-PD lädt das Tablet bei mir mit durchschnittlich 28 Watt, von 20 auf 80 Prozent in gut einer Stunde.

Huawei Matepad Air – Ladeleistung

Leider gibt es noch eine weitere Enttäuschung, nämlich bei der Mediennutzung. Das Tablet eignet sich aufgrund vom Display perfekt für eBooks, Comics und Videos. Aber so wie es scheint, wird der VP9-Codec nicht hardwareseitig beschleunigt, sondern über Software decodiert. VP9 ist der von YouTube bevorzugte Codec. 4K-Auflösung wird seit dem letzten Update unterstützt, ruckelt aber immer wieder mal. Was in YouTube gänzlich fehlt, ist die HDR-Fähigkeit – in Anbetracht der Möglichkeiten des OLED-Displays sehr schade.

Huawei Matepad Air – Ladeleistung mit USB-PD

Die Tastatur funktioniert bei der Einrichtung des Tablets noch nicht, sondern muss erst im Nachgang mit dem Tablet einmalig „verbunden“ werden. Danach liefert sie ein gutes Schreibgefühl, an einen erwachsenen Laptop reicht sie aber noch nicht heran. Für viele alltägliche Aufgaben ist sie allerdings eine deutliche Verbesserung gegenüber jeder Touch-Screen Tastatur, was für Emails und andere Office-Aufgaben empfehlenswert ist.

Die Hauptkamera auf der Rückseite löst mit 50 Megapixeln auf, während die Frontkamera mit 12 Megapixel aufwartet. Für meine Begriffe ist das Tablet nicht das Gerät, um Erinnerungen festzuhalten. Entsprechend ist meine Erwartung nicht besonders hoch, aber das Matepad Air erzeugt mit beiden Kameras vernünftige Bilder, die aber reingezoomt nicht mit guten Smartphones mithalten können.

Marc Kaiser

Redakteur

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