Microsoft hat mit dem optionalen Vorschau-Update KB5120998 eine der ältesten und zugleich am häufigsten gewünschten Anpassungen für Windows 11 umgesetzt: Die Taskleiste lässt sich wieder frei an einer beliebigen Bildschirmkante positionieren. Bislang war sie unter Windows 11 offiziell auf den unteren Bildschirmrand beschränkt.
Das Update steht für Windows 11 24H2 und 25H2 bereit und hebt die Betriebssystem-Builds auf 26100.9278 beziehungsweise 26200.9278. Allerdings werden die neuen Funktionen von Microsoft schrittweise aktiviert. Die Installation von KB5120998 bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, dass sämtliche Neuerungen unmittelbar zur Verfügung stehen.
Bereits im Mai dieses Jahres hatte Microsoft angekündigt, dass Taskleiste und Startmenü von Windows 11 bald individualisierbar sein werden. Nun kann die Taskleiste nach erfolgter Aktivierung am unteren, oberen, linken oder rechten Bildschirmrand platziert werden. Dabei passt Microsoft auch die zugehörigen Tooltips, Animationen und Flyout-Menüs an die jeweilige Position an.
Auch andere Funktionen der Taskleiste bleiben weitgehend erhalten. Dazu gehört beispielsweise die Möglichkeit, Schaltflächen nicht zusammenzufassen. Allerdings gibt es zwei Einschränkungen: Das vollständige Suchfeld steht nur bei einer Positionierung am oberen oder unteren Bildschirmrand zur Verfügung. Gleiches gilt für den neuen kompakten Taskleistenmodus. Dieser reduziert sowohl die Höhe der Taskleiste als auch die Größe der Symbole. Gerade auf Notebooks, Handheld-PCs oder Displays mit geringer Auflösung kann dadurch zusätzlicher Platz für Anwendungen gewonnen werden.
- Windows 11 Taskleisten-Einstellungen
- Windows 11 Taskleiste oben mit minimalem Startmenü
- Windows 11 Taskleiste links
- Windows 11 Taskleiste links mit Buttons
Auch das Startmenü erhält mit KB5120998 mehrere Änderungen. Neben der bisherigen automatischen Anordnung kann dessen Größe künftig explizit auf „Klein“ oder „Groß“ gesetzt werden. Zudem benennt Microsoft den bisherigen Bereich „Empfohlen“ in „Zuletzt verwendet“ um und überarbeitet die Konfigurationsmöglichkeiten. Die Bereiche „Angeheftet“, „Zuletzt verwendet“ und „Alle“ lassen sich nun unabhängiger voneinander konfigurieren. Wer das Startmenü möglichst kompakt halten möchte, kann außerdem den eigenen Kontonamen und das Profilbild ausblenden.
Microsoft überarbeitet auch die Startseite der Windows-Suche. Die Oberfläche soll übersichtlicher werden und Suchergebnisse deutlicher nach ihrer Quelle kennzeichnen. Nutzer sollen dadurch schneller erkennen können, ob es sich beispielsweise um eine Anwendung, eine Einstellung, eine lokale Datei, ein Web-Ergebnis oder einen Vorschlag aus dem Microsoft Store handelt. Neu ist außerdem eine Einstellung unter Datenschutz und Sicherheit, mit der sich Web- und Store-Empfehlungen komplett deaktivieren lassen. Windows kann darüber hinaus häufig verwendete Ordner automatisch indizieren, um spätere lokale Dateisuchen zu beschleunigen.
Microsoft hat auch den Datei-Explorer an mehreren Stellen optimiert. Die Startseite soll schneller geöffnet werden, während das Karussell mit empfohlenen Dateien künftig auch das Scrollen per Touch unterstützt. Überarbeitet wurden außerdem die Fortschrittsanzeigen, die während des Systemstarts, der Anmeldung, eines Neustarts oder Herunterfahrens sowie bei der Installation von Updates erscheinen.
Darüber hinaus nennt Microsoft Verbesserungen beim Wechsel zwischen virtuellen Desktops, beim Laden der Taskleiste und des Infobereichs sowie bei den Anzeigeeinstellungen. Auch die Historie des Task-Managers, das Touchpad-Verhalten, die Wiederherstellung der Bildschirmhelligkeit und die Spracheingabe wurden angepasst. Bestimmte Probleme bei der Wiederherstellung nach VPN-Prozessfehlern sollen ebenfalls behoben werden.
KB5120998 enthält zudem Änderungen unterhalb der eigentlichen Benutzeroberfläche. Dazu gehört „Administrator Protection“, das Berechtigungen über eine Just-in-Time-Elevation gezielter und zeitlich begrenzt vergeben kann. Microsoft führt auch eine Prozessisolierung für sogenannte Microsoft Execution Containers ein. Für agentische Prozesse gibt es eine Vorschaufunktion, mit der diese über geschützte Kennungen entsprechend markiert werden können.
Eine weitere technische Neuerung ist die eigenständige Unterstützung von ML-KEM für den Schlüsselaustausch bei Post-Quantum-TLS. ML-KEM ist ein auf Gitterproblemen basierendes Kryptoverfahren und soll Kommunikationsverbindungen gegen künftige Angriffe mit leistungsfähigen Quantencomputern absichern.
Mit Windows 11 24H2 und 25H2 entfernt Microsoft außerdem das alte Kommandozeilenprogramm WMIC (Windows Management Instrumentation Command-line). Die zugrunde liegende Windows-Management-Instrumentation-Plattform bleibt allerdings erhalten. Für ältere Skripte und Administrationswerkzeuge bedeutet dies, dass diese künftig auf modernere Schnittstellen wie PowerShell oder andere WMI-basierte Zugriffsmöglichkeiten umgestellt werden müssen.
KB5120998 ist ein optionales, nicht sicherheitsrelevantes Vorschau-Update. Wer die neuen Funktionen ausprobieren möchte, findet das Paket unter Einstellungen – Windows Update – Weitere Optionen – Optionale Updates. Wichtig ist dabei die schrittweise Verteilung: Einige der beschriebenen Neuerungen werden serverseitig beziehungsweise über eine gestaffelte Feature-Aktivierung freigeschaltet. Selbst nach erfolgreicher Installation des Updates kann die neue Taskleistenpositionierung oder eine andere Funktion daher zunächst fehlen.
Quelle: Windows Latest





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