China: Aus GeForce RTX 5090 Gaming-Grafikkarten werden KI-Beschleuniger

Video zeigt Ausbau von Grafikchips & -speicher aus Retail-Karten und Umbau für KI-Server

Die GeForce RTX 5090 ist nicht nur bei PC-Spielern gefragt. In China werden offenbar große Mengen der High-End-Grafikkarte zerlegt, um ihre zentralen Komponenten für KI-Beschleuniger weiterzuverwenden. Das zeigen Aufnahmen, die ein PC-Magazin in Asien veröffentlicht hat. Die Videos geben Einblick in eine professionell organisierte Werkstatt, in der aus handelsüblichen Gaming-Grafikkarten kompaktere Karten für den Servereinsatz entstehen.

Anzeige

Auf den Aufnahmen sind zahlreiche GeForce RTX 5090 verschiedener Hersteller zu erkennen. Neben Modellen von ASUS, Gigabyte und PNY befinden sich darunter auch Grafikkarten aus Nvidias eigener Founders-Edition-Reihe. Die Karten werden zunächst aus ihren Verpackungen genommen und anschließend in mehreren Arbeitsschritten zerlegt.

Dabei entfernen die Beschäftigten die Kühler und lösen den GB202-Grafikchip sowie die GDDR7-Speicherchips von den ursprünglichen Leiterplatten. Mit speziellen Geräten werden die empfindlichen Komponenten anschließend auf maßgeschneiderte Platinen übertragen und neu verlötet. Die umgebauten Karten erhalten eine kompakte Zwei-Slot-Kühlung mit Radiallüfter, auch als Blower-Design bekannt.

Diese Bauweise ist für den Einsatz in KI-Servern besser geeignet als die voluminösen Kühler vieler Gaming-Modelle. Der Radiallüfter führt die erwärmte Luft gezielt aus dem Gehäuse ab, während das kompaktere Format den Einbau mehrerer Beschleuniger auf engem Raum erleichtert. GPU und Speicher bleiben dabei grundsätzlich dieselben Komponenten wie bei der ursprünglichen RTX 5090.

Besonders bemerkenswert ist, dass die reguläre GeForce RTX 5090 aufgrund der US-Exportbeschränkungen nicht offiziell nach China geliefert werden darf. Für den chinesischen Markt gibt es stattdessen speziell angepasste Varianten wie die GeForce RTX 5090D. Wie die in den Videos gezeigten regulären Grafikkarten in die Werkstatt gelangt sind, ist bislang nicht geklärt. Die Aufnahmen belegen weder die Herkunft der Karten noch einen konkreten Verstoß gegen Exportbestimmungen.

Die Umrüstung erfolgt zudem zu einer Zeit, in der die RTX 5090 vielerorts schwer erhältlich ist und hohe Preise verlangt werden. Die Nutzung ihrer leistungsfähigen GPU und der 32 GB GDDR7-Speicher für KI-Anwendungen dürfte deshalb wirtschaftlich attraktiv sein. Für den Gaming-Markt bedeutet jede entsprechend umgebaute Karte allerdings, dass ihre zentralen Komponenten nicht mehr als reguläre Grafikkarte zur Verfügung stehen.

Wie viele RTX 5090 tatsächlich umgebaut werden, wer die fertigen Beschleuniger erhält und welchen Anteil die Umrüstungen an der angespannten Versorgungslage haben, lässt sich aus dem auf X veröffentlichtem Videomaterial nicht ableiten. Die Aufnahmen zeigen jedoch, wie sich die hohe Nachfrage nach KI-Hardware auf den Markt für leistungsfähige Gaming-Grafikkarten auswirken kann.

Quelle: HKEPC

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert