Nintendo hat seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027 vorgelegt. Dabei zeigt sich eine unterschiedliche Entwicklung bei Hardware und Software: Die Verkaufszahlen der Switch 2 sind im Zeitraum von Juli bis September 2026 deutlich zurückgegangen, während sich die Spieleverkäufe weiterhin positiv entwickeln.
Im Berichtsquartal setzte Nintendo weltweit 2,67 Millionen Switch-2-Konsolen ab. Das entspricht einem Rückgang von rund 41 Prozent gegenüber den 4,54 Millionen Geräten im Vorjahreszeitraum. Auch gegenüber dem unmittelbar vorangegangenen Quartal mit 3,82 Millionen verkauften Konsolen ergibt sich ein Minus von rund 30 Prozent. Insgesamt kommt die seit Juni 2025 erhältliche Switch 2 damit seit ihrer Markteinführung auf 26,35 Millionen verkaufte Geräte.
Auch die ursprüngliche Nintendo Switch verliert weiter an Bedeutung. Von ihr wurden im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres noch 1,27 Millionen Exemplare verkauft. Das sind 32,7 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Deutlich besser sieht es bei den Spielen aus. Im zweiten Quartal stiegen die Softwareverkäufe für die Switch 2 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 26 Prozent auf 15,03 Millionen Einheiten. Für das gesamte erste Halbjahr meldet Nintendo 24,49 Millionen verkaufte Spiele und damit ein Plus von 18,8 Prozent.
Zu den erfolgreichen Titeln zählen unter anderem „Splatoon Raiders“ mit 2,42 Millionen verkauften Exemplaren sowie „Mario Kart World“, das sich weiterhin gut verkauft. Auch „Star Fox“ und „Fire Emblem: Fortune’s Weave“ konnten sich seit ihrer Veröffentlichung jeweils mehr als eine Million Mal absetzen. Auf der ursprünglichen Switch sorgten unter anderem „Tomodachi Life: Living the Dream“ mit 8,81 Millionen und „Rhythm Heaven Groove“ mit 2,89 Millionen verkauften Einheiten für starke Zahlen.
Auch das digitale Geschäft gewinnt weiter an Bedeutung. Die digitalen Umsätze stiegen im ersten Halbjahr um 60,5 Prozent auf 249,6 Milliarden Yen (rund 1,6 Milliarden Euro). Ihr Anteil am Softwaregeschäft erhöhte sich damit von 54,5 auf 60,7 Prozent.
Die Halbjahresbilanz fällt insgesamt besser aus, als die schwächeren Hardware-Verkäufe zunächst vermuten lassen. Nintendo erzielte von April bis September 2026 einen Umsatz von 966 Milliarden Yen (rund 6,1 Milliarden Euro), was einem Rückgang von 12,1 Prozent entspricht. Der operative Gewinn legte dagegen um 49,1 Prozent auf 216,5 Milliarden Yen (rund 1,4 Milliarden Euro) zu. Der Nettogewinn stieg um 11 Prozent auf 220,9 Milliarden Yen (rund 1,4 Milliarden Euro).
Nintendo führt die positive Gewinnentwicklung vor allem auf den höheren Anteil der Softwareverkäufe am Gesamtgeschäft zurück. Hinzu kam eine Erstattung zuvor verbuchter US-Zölle, die im ersten Quartal die Kosten um rund 300 Millionen US-Dollar reduzierte.
Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März 2027 hält Nintendo an seinen bisherigen Prognosen fest. Das Unternehmen rechnet weiterhin mit 16,5 Millionen verkauften Switch-2-Konsolen und einem Jahresumsatz von 2,05 Billionen Yen. Auch die Gewinnprognose bleibt unverändert.
Neben den Geschäftszahlen gab es auch eine wichtige Aussage zur Preisentwicklung der Konsole. Nintendo-Präsident Shuntaro Furukawa erklärte im Rahmen der Ergebnispräsentation, dass das Unternehmen derzeit keine weitere Preiserhöhung für die Switch 2 in Betracht zieht. Auch die Versorgung mit Speicherchips habe sich nach Unternehmensangaben nicht wesentlich verändert. Nintendo sieht sich demnach in der Lage, ausreichende Mengen zu beschaffen.
Erst im September 2026 hatte Nintendo den Preis der Switch 2 in Europa und den USA angehoben. In Europa stieg die unverbindliche Preisempfehlung von 469,99 auf 499,99 Euro, in den USA von 449,99 auf 499,99 US-Dollar. Hintergrund waren die gestiegenen Kosten für Speicherchips und andere Komponenten sowie veränderte Marktbedingungen.
Obwohl die Hardware-Verkäufe zuletzt deutlich nachgelassen haben, hält Nintendo somit zunächst an der bestehenden Preisstruktur fest. Das Weihnachtsgeschäft und die kommenden Spieleveröffentlichungen dürften entscheidend dafür sein, ob die Switch 2 wieder mehr Käufer findet. Auch das seit gestern erhältliche Remake des fast 30 Jahre alten Spieleklassikers „Legend of Zelda: Ocarina of Time“ für die Switch 2 könnte die Konsolenverkäufe wieder ankurbeln. Denn die ersten Eindrücke überzeugen und Testberichte bejubeln das neue Spiel.
Quelle: Nintendo



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