Die Marktforscher von TrendForce schlagen erneut Alarm: Der bereits angespannte Speichermarkt dürfte sich Anfang 2026 weiter zuspitzen. In ihrer aktuellen Einschätzung geht das Unternehmen davon aus, dass sich das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage im ersten Quartal verschärft. Die Folge sind deutlich nach oben korrigierte Preisprognosen – sowohl für DRAM als auch für NAND-Flashspeicher. Besonders brisant: TrendForce schließt weitere Anpassungen ausdrücklich nicht aus. Das deutet darauf hin, dass sich der Markt noch nicht in einem stabilen „neuen Normalzustand“ befindet.
Im Zentrum der Warnung steht der PC-Markt. Für PC-DRAM erwartet TrendForce nun einen Preisanstieg von 105 bis 110 Prozent gegenüber dem Vorquartal – faktisch eine Verdopplung innerhalb eines Quartals. Ein solcher Sprung ist selbst im traditionell volumenstarken und vergleichsweise berechenbaren PC-Segment außergewöhnlich. Laut TrendForce handelt es sich um den größten Anstieg aller relevanten Speicherproduktgruppen und zugleich um einen neuen Quartalsrekord.
Doch auch andere DRAM-Kategorien bleiben nicht verschont. Für Server- und Mobile-DRAM prognostiziert TrendForce sequenzielle Preissteigerungen von 88 bis 93 Prozent. Der Kostendruck beschränkt sich damit klar nicht auf klassische Consumer-PCs. Auf der NAND-Seite richtet sich der Fokus vor allem auf Enterprise-SSDs. Hier sollen die Vertragspreise im Quartal um 53 bis 58 Prozent steigen, während TrendForce für das relevante NAND-Portfolio insgesamt einen durchschnittlichen Zuwachs von rund 55 bis 60 Prozent erwartet.
Als Hauptursache für den massiven PC-DRAM-Anstieg nennt TrendForce keine neuen technischen Anforderungen, sondern Nachfrage- und Inventareffekte. Unerwartet starke Systemauslieferungen im vierten Quartal 2025 hätten die Lagerbestände schneller als geplant abgebaut. Berichten zufolge sind selbst große OEMs inzwischen mit niedrigen Beständen konfrontiert. Das schwächt ihre Verhandlungsposition erheblich und gibt Speicherherstellern in den Vertragsgesprächen mehr Spielraum für Preiserhöhungen.
Die Auswirkungen könnten sich schnell durch das gesamte Ökosystem ziehen. DRAM ist ein zentraler Kostenfaktor für Notebooks und Desktops. Steigen die Preise so abrupt, geraten Margen unter Druck – es sei denn, Hersteller reagieren mit höheren Endkundenpreisen, angepassten Konfigurationen oder weniger aggressiven Promotions. Im DIY-Markt dürften höhere Vertragspreise mittelfristig ebenfalls bei Endkunden ankommen. Gleichzeitig könnten steigende Enterprise-SSD- und Server-DRAM-Kosten IT-Budgets belasten und Plattform-Refreshes verzögern.
Besonders aufmerksam macht TrendForce der Hinweis auf mögliche weitere Aufwärtskorrekturen. Das signalisiert nicht nur hohe Preise, sondern auch anhaltende Unsicherheit – und unterstreicht, dass Beschaffung und Lieferzusagen Anfang 2026 mindestens ebenso entscheidend sein könnten wie die konkrete Produktauswahl.
Quelle: Pressemitteilung

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