Ein neues Gerücht aus China sorgt derzeit für Diskussionen in der Hardware-Community: AMD soll für das Jahr 2026 eine Produktionsstrategie vorbereiten, die stark an frühere Marktphasen erinnert. Demnach könnte der Hersteller die Verfügbarkeit von Grafikkarten mit geringerem VRAM gezielt erhöhen, während Preise schrittweise nach oben tendieren.
Die Informationen stammen angeblich aus Beiträgen im chinesischen Board Channels Forum und wurden inzwischen auch von westlichen Medien aufgegriffen. Im Kern geht es um eine Verschiebung des Produktionsmixes zugunsten von 8-GByte-Modellen – zulasten bestimmter 16-GByte-Varianten.
Konkret ist die Rede davon, dass AMD künftig verstärkt Karten wie die Radeon RX 9060 XT mit 8 GByte sowie die Radeon RX 7650 GRE fertigen will. Letzteres Modell ist besonders interessant, da GRE-SKUs traditionell stark auf den chinesischen Markt zugeschnitten sind. Der direkte Einfluss auf Europa oder Nordamerika könnte daher begrenzt sein – die zugrunde liegende Strategie lässt sich jedoch klar erkennen.
Grafikspeicher bleibt ein relevanter Kosten- und Risikofaktor. Jeder zusätzliche Gigabyte VRAM erhöht nicht nur die Materialkosten, sondern auch die Abhängigkeit von der Speicherverfügbarkeit. Ein höherer Anteil an 8-GByte-Karten reduziert den Speicherbedarf pro Einheit und erleichtert es, Produktionsvolumen auch bei schwankenden Preisen oder Engpässen aufrechtzuerhalten.
Auf der anderen Seite berichten die Quellen von einer angeblich „deutlichen“ Reduzierung der Produktion der Radeon RX 9070. Das wäre vor allem für Käufer problematisch, die 16 GByte inzwischen als neuen Mindeststandard für moderne Spiele, hochauflösende Texturpakete und längere Upgrade-Zyklen betrachten. Weniger Produktion bedeutet nicht automatisch sofort höhere Preise, senkt aber die Schwelle für künstliche Verknappung. Sobald Nachfrage anzieht oder Händler Spielraum für Margenerhöhungen sehen, kann sich die Situation schnell zuspitzen.
Interessant ist dabei, dass offenbar nicht alle 16-GByte-Modelle betroffen sind. Sowohl die Radeon RX 9060 XT mit 16 GByte als auch die RX 9070 XT sollen laut Gerücht weiterhin in unverändertem Umfang produziert werden. Das deutet darauf hin, dass AMD gezielt einzelne Marktsegmente anpasst, statt pauschal das gesamte Line-up zusammenzustreichen.
Parallel dazu wird von steigenden Preisen berichtet. Board-Partner sollen die Einkaufspreise für viele Radeon-Modelle zuletzt um etwa 5 bis 10 Prozent angehoben haben. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnten die Auswirkungen im Einzelhandel deutlich stärker ausfallen. Zwischen Großhandel, Distribution, regionalen Abgaben und sogenanntem „Marktpreis“ wachsen selbst kleine Erhöhungen schnell zu spürbaren Aufschlägen. Langfristig könnte das dazu führen, dass AMD preislich näher an Nvidias GeForce-Modelle heranrückt – und damit einen der wichtigsten Kaufanreize im Midrange-Segment schwächt.
AMD wäre mit diesem Vorgehen nicht allein. Auch bei Nvidia gibt es seit einiger Zeit Berichte über reduzierte Stückzahlen bestimmter 16-GByte-Varianten, während Modelle mit geringerem VRAM breiter verfügbar bleiben. In Phasen, in denen Speicherpreise oder Lieferketten unter Druck stehen, reagiert die Branche meist ähnlich: Fokus auf zuverlässig produzierbare Konfigurationen, stabile Verfügbarkeit günstigerer Varianten und höhere Preise zur Margensicherung.
Noch handelt es sich um ein unbestätigtes Gerücht und nicht um eine offiziell kommunizierte Roadmap. Dennoch fügt sich das Szenario gut in bekannte Marktmechanismen ein. Wer aktuell oder in naher Zukunft eine Grafikkarte im Mainstream-Segment plant und auf 16 GByte VRAM angewiesen ist, sollte Preisentwicklung und Verfügbarkeit in den kommenden Wochen genau im Blick behalten.
Quelle: Board Channels (China)

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