Microsoft hat Windows 11 26H2 Ende September offiziell veröffentlicht. Auf den ersten Blick fällt das Update vergleichsweise unspektakulär aus. Viele der enthaltenen Änderungen waren bereits zuvor über monatliche Updates auf die Systeme gelangt. Dennoch kann sich das Update im Alltag offenbar deutlich bemerkbar machen. Mehrere Berichte deuten auf eine bessere Reaktionsgeschwindigkeit und teilweise einen niedrigeren Arbeitsspeicherverbrauch hin.
Ein wichtiger Baustein ist das „Low Latency Profile“, an dem Microsoft bereits seit Monaten arbeitet. Die Funktion soll kurze Verzögerungen bei alltäglichen Aktionen reduzieren. Beim Öffnen des Startmenüs, der Windows-Suche, des Benachrichtigungscenters oder einer Anwendung erhöht das System für kurze Zeit die CPU-Leistung deutlich, um die jeweilige Aufgabe möglichst schnell abzuschließen. Anschließend kann der Prozessor wieder in einen niedrigeren Leistungszustand wechseln.
Microsoft setzt dabei auf das Prinzip „Race to Sleep“: Die CPU arbeitet kurzfristig mit höherem Takt, beendet die Aufgabe schneller und kehrt anschließend wieder in den Leerlauf zurück. Die Optimierung wurde zunächst für verschiedene Elemente der Windows-Oberfläche ausgerollt und später auch auf den Start von Anwendungen erweitert. Tests verschiedener Anwender zeigen unter anderem kürzere Startzeiten bei WhatsApp, Rechner und der Wetter-App.
Der Effekt ist deshalb nicht ausschließlich auf die Installation des 26H2-Pakets zurückzuführen. Vielmehr erreicht mit dem Versionswechsel eine Reihe von Optimierungen ein größeres Publikum.
Noch interessanter sind erste Beobachtungen zum Arbeitsspeicher. So wird von einem drei Jahre alten Notebook mit 16 GByte RAM berichtet, bei dem die Speichernutzung nach einem Neustart um bis zu 2 GByte niedriger lag. Auch andere Nutzer, etwa bei Reddit, berichten von Rückgängen im Bereich von rund 1 bis 2 GByte. Bei einem System mit 32 GByte RAM soll die Belegung beispielsweise von 9,1 auf 7,5 GByte gesunken sein.
Die Ergebnisse sind allerdings nicht reproduzierbar auf allen Systemen. Bei Rechnern mit 8 GByte RAM wurden teilweise keine entsprechenden Veränderungen beobachtet. Zudem können Autostart-Programme, Browser-Tabs, zwischengespeicherte Daten und die jeweilige Systemkonfiguration den gemessenen RAM-Verbrauch beeinflussen.
Microsoft hat bislang nicht bestätigt, dass Windows 11 26H2 selbst den RAM-Verbrauch um einen bestimmten Betrag reduziert. Die Beobachtungen sollten daher zunächst als Erfahrungswerte und nicht als allgemeiner Performance-Gewinn für jedes System verstanden werden.
Die Entwicklung kommt allerdings nicht völlig überraschend. Microsoft hat in diesem Jahr ausdrücklich angekündigt, Windows 11 beim Speicherverbrauch zu optimieren. Dabei stehen unter anderem der Memory Manager, die Speicherkomprimierung sowie WinUI und WebView2 im Fokus. Besonders Systeme mit 8 GByte RAM sollen von den Optimierungen profitieren.
Damit verfolgt Microsoft einen anderen Ansatz als die klassische Leistungssteigerung durch neue Hardware: Windows soll vorhandene Ressourcen effizienter nutzen. Gerade bei älteren Notebooks und Geräten mit begrenztem Arbeitsspeicher können schon einige hundert Megabyte weniger Grundlast einen Unterschied machen.
Quelle: Windows Latest

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