Post vom Rechtsanwalt

Offtopic und anderes Gelaber
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Apo
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Post vom Rechtsanwalt

Ungelesener Beitrag von Apo » 15.08.2007, 13:52

Hallo,

ich (bzw. mein schon 2000 verstorbener Vater) habe gerade Post von den Rechtsanwälten Schutt, Waetke erhalten. Darin gehts um die Datei:
Mousse_T._vs_The_Dandy_Warhols_-_Horny_As_A_Dandy_[www.power-portal.to].mp3
die sie (Antipiracy-Firma LOGISTEP AG) wohl am 10.04.2006 um 9:44 Uhr bei mir entdeckt haben. Kann sein, daß ich die mal hatte, aber finden kann ich sie nicht mehr und kann mich auch nicht mehr daran erinnern, da ich außer Fansubs japanischer Anime und der einen oder anderen englischsprachigen Serie seit Jahren nix mehr runterlade.

Dafür wollen die nun:
243,- € Geschäftsgebühr
+ 7,- € Auslagenpauschale
+ 50,- € Schadensersatz
= 300,- €

In dem Schreiben wird dann noch erwähnt, daß die Gebührenbemessung zu meinen Gunsten stattfand. Der Betrag ist aber bis zum 28.08.2007 zu zahlen. Da es sich hierbei um ein "Vergleichsangebot" handelt, könnten auf mich nach Verstreichen der Frist noch viel höhere Kosten zukommen.
Zudem soll ich eine Unterlassungserklärung unterschreiben und zurückschicken.

Wie ernst ist dieses Schreiben zu nehmen und wie ist da weiter zu verfahren?


Gruß
Apo

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Ungelesener Beitrag von Dude » 15.08.2007, 14:05

Google doch mal nach denen. Die scheinen es wirklich ernst zu meinen ^^
####

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Ungelesener Beitrag von totalscorn » 15.08.2007, 14:11

Naja ist in deinem Fall doch ganz einfach, dein Vater ist 2000 verstorben, soll aber 2006 etwas getan haben, das geht doch gar nicht.
Ich mein, du kannst ja mit Sicherheit beweisen, dass dein Vater die ihm vorgeworfene Handlung 2006 nicht mehr begangen haben kann. In dem Schreiben haben sie doch ausdrücklich ihn und nicht dich angeschrieben, oder?

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Ungelesener Beitrag von sündenbock » 15.08.2007, 14:31

hallo Apo,

ich hbae gerade gegoogelt und folgenden link gefunden. Der sollte ganz hilfreich sein, ist aus einem Forum raus, in den Kommentaren weiter unten, beschreiben Sie etwas, wie und was Du am besten machen kannst.

http://www.emule-web.de/board/10775-abm ... tzung.html

Gruß
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Ungelesener Beitrag von Soulprayer » 15.08.2007, 15:11

Ich bin ein UFO - ein unheimlich faules Objekt.

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Ungelesener Beitrag von Apo » 15.08.2007, 15:38

totalscorn hat geschrieben:Naja ist in deinem Fall doch ganz einfach, dein Vater ist 2000 verstorben, soll aber 2006 etwas getan haben, das geht doch gar nicht.
Ich mein, du kannst ja mit Sicherheit beweisen, dass dein Vater die ihm vorgeworfene Handlung 2006 nicht mehr begangen haben kann. In dem Schreiben haben sie doch ausdrücklich ihn und nicht dich angeschrieben, oder?
Ich bezweifel, daß das irgendwas nützen wird. Liegt wohl eher an der Telekom oder so, die es trotz mehrmaligem Hinweis nicht hinbekommen haben den Anschluss auf meine Mutter umzuschreiben.

Scheine aber nicht allein mit dem Problem dazustehen. der hier hat wohl heute auch Post von denen bekommen wegen der gleichen Datei, nur einen Tag früher festgestellt.

Wenn ich nun einen Anwalt aufsuchen will, muss das ein bestimmter Anwalt sein, der sich irgendwie darauf spezialisiert hat? Ein schneller Blick ins Telefonbuch zeigt mir vereinzelte Anwälte für Verkehrs-, Familien-, Steuer- oder Arbeitsrecht aber bei den meisten steht einfach nur "Rechtsanwalt".

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Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 15.08.2007, 15:48

Urheberrecht brauchst du, also bspw. internetrecht-rostock.de.
Wenn du dir sicher bist, dass du das nicht warst (wenn Emule nicht neu installiert wurde, sollte er sich alte Downloads merken, also lass nach dem Track suchen, wenn die Datei in der Trefferliste mit runtergeladen markiert wird, weisst du Bescheid).
Alternative: nen Brief schicken mit der Sterbeurkunde und nem sarkastischen Text dazu (der Strafverfolgung durch Tod entzogen oder neue Adresse: Friedhof), wenn die Post an den Vater ging.
Dazu den Brief auf Formfehler prüfen, aber Vorsicht, nicht jedem Dahergelaufenen in Emuleboards glauben...
>kq

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Ungelesener Beitrag von Jan » 15.08.2007, 15:58

Ein Kumpel hat auch von der gleichen Kanzlei die Tage Post bekommen.
Wohl auch wegen des gleichen Liedes. (Weiß jetzt aber nur genau, dass es von MousseT sein soll.)
Zahlen soll er auch 300€.
Runtergeladen soll er das Lied vor über 16 Monaten haben.
Wie lange speichern die Provider eigentlich die Daten?
mfG
Jan

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Ungelesener Beitrag von madmax » 15.08.2007, 16:41

Achtung, aufpassen, es geht soweit ich das nachvollziehen kann nicht darum, dass das Lied runtergeladen wurde sondern vielmehr dass es angeboten wurde!
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Ungelesener Beitrag von quadpumped » 15.08.2007, 17:38

scheiss Mousse T

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Ungelesener Beitrag von totalscorn » 15.08.2007, 17:45

quadpumped hat geschrieben:scheiss Mousse T
Was kann der denn dafür?

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Ungelesener Beitrag von Apo » 15.08.2007, 17:49

H3LL S3RV4NT hat geschrieben:Urheberrecht brauchst du, also bspw. internetrecht-rostock.de.
Wenn du dir sicher bist, dass du das nicht warst (wenn Emule nicht neu installiert wurde, sollte er sich alte Downloads merken, also lass nach dem Track suchen, wenn die Datei in der Trefferliste mit runtergeladen markiert wird, weisst du Bescheid).
Alternative: nen Brief schicken mit der Sterbeurkunde und nem sarkastischen Text dazu (der Strafverfolgung durch Tod entzogen oder neue Adresse: Friedhof), wenn die Post an den Vater ging.
Dazu den Brief auf Formfehler prüfen, aber Vorsicht, nicht jedem Dahergelaufenen in Emuleboards glauben...
>kq
Ich hab das Schreiben nach kurzem Telefonat bei unserem Anwalt(-shaus) vorbeigebracht, da dort wohl jemand für diesen Bereich zuständig ist. Die RA schaut sich das Schreiben mal an und prüft es auf seine Rechtmäßigkeit, Formfehler etc. und Dienstag hab ich dann einen Termin und erfahre mehr. Da ich eh rechtsschutzversichert bin, ist das ja durchaus eine Option.

Nachprüfen kann ich es leider nicht mehr, da ich früher bis zu einem HD-Crash edonkey verwendet habe und seitdem emule. Ich bin mir halt wirklich nicht sicher, ob ich (oder ein Freund) das mal runtergeladen habe.

Die "Alternative" habe ich auch schon in Erwägung gezogen, allerdings ist zwischen 2000 und 2006 ja schon eine gewisse zeitliche Differenz, so daß man davon ausgehen kann, daß die eigentlich angeschriebenen Person nichts mehr damit zu tun hat.

Das man nicht jedem in Internetforen Glauben schenken sollte, ist mir in den letzten Stunden des Recherchierens nochmals sehr bewusst geworden. Die Meinungen sind ja sehr weitläufig bis widersprüchlich. Deswegen hab ich auch einfach mal beim RA angerufen.

@Jan:
Ich habe bei meinen Recherchen gelesen, daß man bis zu 2 Jahre nach "Anbieten" der Datei dafür belangt werden kann. Danach verfällt der Anspruch. Schreiben sie einen innerhalb dieser 2 Jahre an, so beträgt die Dauer 10 Jahre. Alle Angaben aber ohne Gewähr.


Gibt es nicht seit einiger Zeit die Möglichkeit bei seinem Provider eine Löschung der geloggten Verbindungen oder so zu beantragen?

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Ungelesener Beitrag von Dude » 15.08.2007, 17:49

@Totalscorn:

Heise hat geschrieben:...hat nun auch die Hannoveraner Produktionsfirma Peppermint Jam Records Logistep beauftragt, in P2P-Tauschbörsen nach urheberrechtlich geschützten Werken zu suchen.
Peppermint Jam Records gehört Mousse T - er hat diesen Scheiss veranlasst.

Ich würde sagen - allgemeine Mousse T Blockade. Wird für mich nicht schwierig, ich fand den eh schon immer doof ;)
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Ungelesener Beitrag von Apo » 15.08.2007, 18:04

Doof, daß ich Mousse T eigentlich gar nicht höre. Evtl. könnte er mal in die Playlist kommen, wenn ich Hintergrundmusik zum Vorglühen mit Freunden anmache.

Was mich anstinkt sind die im Vergleich zum eigentlichen Schadensersatz sehr hohen Gebühren und das bei einer Massenabmahnung, wo nicht einmal per Hand unterschrieben wird. Es ist eine Sache Schadensersatz zu leisten, wenn er rechtmäßig ist, aber der andere Teil schreit doch förmlich "Abzocke".

Und das Beste ist, daß es sich dabei um nur ein einziges Lied handelt und nicht irgendwie ein Album oder einen Sampler oder zumindest "mehr".
"Die Mütter der Dummen sind immer schwanger." (Quelle: unbekannt)

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Ungelesener Beitrag von Win a 2 » 15.08.2007, 19:21

Es geht ja immer nur um wenige bis eine Datei.
Eine etwas aktuellere Heisemeldung

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Ungelesener Beitrag von Seelenkrank » 15.08.2007, 22:18

können die den beweisen das du das file runtergeladen/bereitgestellt hast?
jeder kann den namen des files beliebig verändern und ob die hashes nicht veränderbar sind?
da kann man von urlaubsvideos schonmal den neuesten hollywoodkracher kreieren bzw das neueste album von xyz...

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Ungelesener Beitrag von H3LL S3RV4NT » 15.08.2007, 22:39

Die Frage ist doch vielmehr ob es Logistep riskiert, wirklich vor Gericht zu ziehen. Bei nem fähigen Gericht müssten die dann ihr Verfahren offenlegen. Gibt es Klagen/Urteile, bei denen Logistepmaterial verwandt wurde?
>kq

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Ungelesener Beitrag von Luzifer » 15.08.2007, 22:42

Mich würde ja mal eher interessieren, woher sie nach 16 Monaten die Adressdatem von der IP bekommen haben wollen. Mir ist kein Provider bekannt der sie solange aufbewahrt und an Anwälte rausrückt.

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Ungelesener Beitrag von groundzero » 15.08.2007, 22:50

@Luzifer

Die fragen direkt beim Provider nach. Die haben nur so viel zu tun.
My Siren's name is Brick, and sheeee .... is the prettiest.

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Ungelesener Beitrag von Seelenkrank » 15.08.2007, 22:59

ja schon aber die t-online methode waren 80 TAGE speicherung...
wenn sie jetzt erst angeschissen kommen...
und das das nur dazu dient kohle abzuschöpfen von leuten sieht eigentlich auch ein blinder...
EDIT:
ob ein provider probleme bekommen kann wenn jeder trottel nach ner ip fragt?

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Ungelesener Beitrag von Win a 2 » 16.08.2007, 00:09

Der Provider darf doch grade nicht Auskunft geben.
Die müssen erst Anzeige erstattet, mit der IP, und bekommen dann raus, wer diese IP wann hatte.

Wahrscheinlich holen sie jetzt alles raus, was zu holen ist, da die solche Sachen mittlerweile (s.o. #15) als Bagatellstraftat abgetan werden.

Die Sache funktioniert (wie von H3LL angeführt) nur so lange, wie sich niemand wirklich dagegen wehrt.

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Ungelesener Beitrag von Benny » 16.08.2007, 07:40

Muss ich jetzt angst haben wenn von MousseT leider hab die schon ewig alt sind?^^

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Ungelesener Beitrag von Doc Chaos » 16.08.2007, 08:00

Nur um deinen Geschmack, der scheint nämlich bergab zu gehen ;) *fg* *duck* *renn*
In the absence of light, darkness reigns supreme.
-buddhist proverb

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Ungelesener Beitrag von Benny » 16.08.2007, 08:48

ich sagte vor ein paar jahren, da hab ich da vielleicht mal reingehört, steht nirgends das ich das immernoch anhöre nur wiel ich was net lösche xD

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Ungelesener Beitrag von Opaque » 16.08.2007, 10:18

Da läuft, bzw. lief wohl ein Strafverfahren. Dein Anwalt erhält darin Einsicht und kann Näheres erklären.

Ansonsten ist Logistep nach eigener Aussage im Besitz mindestens eines Gutachtens, welches ihr die Wirksamkeit ihrer Methoden bescheinigt. Von einem Gegengutachten, respektive einer rechtskräftigen Negativen Feststellungsklage habe ich noch nichts gehört. Der Streitwert ist auch nicht umsonst so dimensioniert.
Nach abgeschlossenen Verfahren gegen Abgemahnte müsste ich erst mal forschen. Spontan fällt mir da nichts ein.

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