kleine Vasen fertigen

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kleine Vasen fertigen

Ungelesener Beitrag von -.B_Rabbit.- » 23.05.2011, 12:06

Ich hab da ein kleines Projekt, aber von der Materie viel zu wenig Ahnung, deswegen hoffe ich auf Eure Tipps.

Ich habe quasi eine Vasenform, also ein Behältnis, unten geschlossen und oben offen, die ich in etwas größerer Stückzahl - zunächst so 50 Stück, fertigen möchte. Die Größe ist dabei so ca. 5 cm Durchmesser und 5-6 cm Höhe.
Dabei ist das allerdings keine rein runde Form, sondern was spezielleres.
Ich habe da schon mal aus so einem speziellen Ton, der einfach an der Luft härtet, einen Prototyp gebastelt. Das geht zwar, aber für eine größere Anzahl ist das viel zu aufwändig.

In die Vase kommt eine Pflanze rein, die man auch gießen können muss.

Ich suche also ein Fertigungsverfahren, was mir möglichst wenig Aufwand macht, aber gute Ergebnisse liefert.

Ich dachte da evtl. an Gips gießen o.Ä. - aber ist das für Vasen geeignet? Wie muss das versiegelt werden, damit es nicht weggammelt, oder worauf muss man sonst noch so achten?

Das googeln nach Töpfereikram erweist sich als eher schwierig. Irgendwie scheinen die Leute die sowas machen nicht so viel Ahnung von Technik zu haben :)
Zuletzt geändert von -.B_Rabbit.- am 23.05.2011, 12:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Cone
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Re: kleine Vasen fertigen

Ungelesener Beitrag von Cone » 23.05.2011, 15:15

Hallo,
also; wenn die Vasen aus Ton gefertigt werden sollen, ist die Form normalerweise aus Gips und wenn es nicht gerade ein Zylinder ist, muß diese Form aus mindestens 2 Teilen bestehen (vertikal genau in der Mitte geteilt), sonst bekommt man die Vase nicht mehr aus der Form, da der Bauch ja dicker als der Hals ist. Obendrauf ist noch ein Formteil welches beide Hälften bedeckt, mit einem, dem oberen Durchmesser der Vase entsprechenden Loch, welches ca 5 cm hoch ist (kommt auf die Größe der Form an). Das ist die Schonung. Die einzelnen Formteile werden durch sogenannt „Schlösser" zusammengehalten. Wenn man keine Gießform aus Gips hat, kann man diese folgendermaßen herstellen: Man ermittelt ganz genau die vertikale Mitte von dem Modell, zieht ringsherum eine Linie (wasserfest), bettet dann das Modell ganz genau bis zur Mittellinie waagerecht (Wasserwaage) in Ton. Es guckt also nur die obere Hälfte des Modells aus dem Tonbett. Ringsherum stellt man Holzbretter, wenn die Form sehr klein ist reicht eventuell auch ein Tondamm, welcher mehrere Zentimeter über die höchste Stelle des Modells reicht. In das Tonbett macht man in den Nähe der Ecken jeweils eine Vertiefung rechteckige oder mit einem Geldstück, das werden die Schlösser. Die Bretter werden mit einer Schur nochmals gesichert, dort wo die Bretter auf dem Tisch stehen außen nochmal dicke Tonwülste andrücken, alles muß wasserdicht sein und darf nicht vom flüssigen Gips auseinandergedrückt werden können. Das Modell, die Bretter, der Ton werden mit Trennmittel eingestrichen (Keramikbedarf), zur Not geht Schmierseife. So, nun wird oben flüssiger Gips eingegossen, langsam und nicht kleckern, sonst kommt Luft in die Form. Der Gips muß bis mehrere Zentimeter über der höchsten Stelle des Modells eingefüllt werden. Nun bindet der Gips ab, wird dabei warm. Jetzt alles in Ruhe lassen. Ist der Gips fest geworden, baut man alles auseinander, entfernt alle Tonreste und legt die gerade gegossene erste Formhälfte mit dem Modell nach oben auf die Arbeitsoberfläche. Nun werden wieder Bretter oder ein dicker Tonwulst oder dicke Plastikfolie, oder biegsames, festes Blech drumherum gebaut, alles gründlich mit Trennmittel isolieren und wieder Gips eingießen, das wird die andere Formhälfte. Warten bis der Gips nicht mehr warm ist, dann kann man die Form auseinander nehmen und das Modell heraus nehmen. Die Form muß man nun trocknen lassen, dann kann man sie verwenden. Um die Form bindet man zur Sicherheit noch eine Schur, und gießt dann Schlicker = flüssiger Ton, bis zum oberen Abschluß der Schonung hinein. (Als Schonung kann man zur Not einfach einen Tonwust um das Eingußloch andrücken.) Der Gips entzieht dem Schlicker Wasser und es bildet sich an der Innenwand der Form eine festere Tonschicht. Die Schonung sorgt dafür, daß genügend Schlicker vorhanden ist, da durch den Wasserentzug der Flüssigkeitsspiegel sinkt. Nach einer gewissen Standzeit, die festere Schicht an der Innenwand sollte schon 3 - 5 mm betragen, kann man an der Schonung testen, (kommt auf die Größe der Form an), gießt man den Schlicker wieder aus der Form und läßt die Form umgedreht eine Weile stehen, dann schneidet man die Schonung mit einem Messer ab und öffnet vorsichtig die Form - und hat seine gegossene Vase.Dieser Rohling ist noch recht weich und leicht zu verformen, muß daher noch weiter trocknen. Wenn die ganze Vase trocken ist (keine Zugluft, kann zu Rissen führen - am besten Zeitungspapier in das einige Löcher gerissen wurden darüberlegen) wird die Vase mit einem Schwamm abgeschwämmt, d.h. die Unebenheiten vom Abschneiden der Schonung mit dem Messer und eventuelle anderen Unebenheiten auf der Oberfläche werden geglättet. Dann wird die Vase bei ca 800 Grad Celsius gebrannt, dann glasiert und nochmal gebrannt, Brenntemperatur ist abhängig vom verwendeten Ton und der Glasur. Dann ist die Vase auch „schon" fertig und wasserdicht. So sieht die Form dann aus: http://img155.imageshack.us/img155/6299/formd.jpg
Ich glaube ich habe mal in einem Bastelladen flüssigen Polymere- Clay oder sowas ähnliches gesehen, das ist vielleicht einfacher? Wasserdicht bekommt man verschienenste Dinge mit Wasserglas - Natriumsilikat, einfach die Vase innen damit außgießen, härten lassen, fertig. (Gibt es in Läden für Keramikbedarf & kostet nicht viel) - Damit wurde neulich sogar das Leck im japanischen Atomkraftwerk abgedichtet! :) - Ich hoffe das ist hilfreich! Viele Grüße aus Potsdam

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Re: kleine Vasen fertigen

Ungelesener Beitrag von Cone » 23.05.2011, 15:22

Nachtrag: Zum Abschwämmen darf die Vase nichz ganz trocken sein, sondern nur halbtrocken „lederhart"!

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Re: kleine Vasen fertigen

Ungelesener Beitrag von -.B_Rabbit.- » 23.05.2011, 19:56

Wow man man, danke für die Riesenerklärung!
Klingt nach ganz schön viel Arbeit, vor allem wenn man mehrere Formen braucht, so wie ich. Vor allem hab ich keinen Brennofen, nur maximal meinen Backofen...

Also ich brauche unbedingt eine einfachere Methode, die ich mit nicht so viel Equipment zuhause ausführen kann.

Machst Du das beruflich, oder warum weißt Du so gut Bescheid?
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Re: kleine Vasen fertigen

Ungelesener Beitrag von Uncle Doc » 23.05.2011, 20:48

Geht dein Backofen denn nicht bis 800 °C? :P

Wobei Patrick Swayze dir ja jetzt original Ghost-mäßig nachts bei Fertigen der Vasen von Hand helfen könnte ;)
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Re: kleine Vasen fertigen

Ungelesener Beitrag von -.B_Rabbit.- » 23.05.2011, 22:30

Aber ich will die nicht per Hand fertigen, unter anderem aus dem Grund, dass ich Angst vor Patrick Swayze habe!
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Re: kleine Vasen fertigen

Ungelesener Beitrag von stanglwirt » 25.05.2011, 08:17

http://www.jochen-schweizer.de/geschenk ... lt,pd.html

macht bestimmt spass als einziger mann zwischen 10 mädels *g*
MfG
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Re: kleine Vasen fertigen

Ungelesener Beitrag von Uncle Doc » 25.05.2011, 09:16

stanglwirt hat geschrieben:http://www.jochen-schweizer.de/geschenk ... lt,pd.html

macht bestimmt spass als einziger mann zwischen 10 mädels *g*
Das denken sich wahrscheinlich alle männlichen Kunden, bestellen hastig und am Ende ist es ein reines Sausage-Fest. ;)
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Re: kleine Vasen fertigen

Ungelesener Beitrag von -.B_Rabbit.- » 25.05.2011, 17:11

Ich will nicht töpfern, ich will ne Lösung mit der ich schnell mal am We ein paar Sachen gießen kann... Ach manno :(
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