AMDs 64-bit CPU auch für PCs

Sledgehammer soll nicht nur Server beschleunigen

Letzte Woche auf der PC Expo in New York haben AMD-Mitarbeiter verraten, dass der Nachfolger des

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Athlon Prozessors auf der 64-bit Server-CPU von AMD (Codename: Sledgehammer) basieren wird. Die
neue Desktop-CPU soll mit 2 GHz und mehr laufen, aber erst gegen Ende nächsten Jahres
erscheinen. Die ersten Testmuster des Server- und Workstation-Prozessors Sledgehammer sollen
dagegen schon im ersten Quartal 2001 verfügbar sein.
Die 64-bit Speicheradressierung ermöglicht gegenüber der bisherigen 32-bit Technik die
Verwendung von wesentlich mehr Speicher (bis in Terabyte-Dimensionen). Vor allem CAD Software
(Computer Aided Design) und Grafikanwendungen wie Adobe Photoshop sollen von der 64-bit Adressierung
profitieren. Allerdings müssen die Programme dafür entwickelt oder umgeschrieben werden,
um eine 64-bit Anwendung zu sein und da ist es fraglich, ob bzw. wie schnell die Software-Häuser
ihre Programme umstellen. Darüber macht AMD sich aber scheinbar keine Sorgen, denn von offizieller
Seite heißt es: „Der Sledgehammer könnte auch ohne eine verfügbare 64-bit Anwendung
erscheinen. Er wäre immer noch ein schneller 32-bit Prozessor.“

AMD geht an die 64-bit Technologie etwa anders heran als intel, die eine komplett neue Architektur
unter dem Namen Itanium entwickeln. Dafür sind zwingend neue Compiler, Betriebssysteme und
Anwendungen notwendig. AMD dagegen wird seinem Athlon x86 Befehlssatz neue 64-bit Befehle
hinzufügen. Der auf dem Sledgehammer basierende Athlon-Nachfolger wird deshalb die Fähigkeit
besitzen, zwischen 32-bit und 64-bit Befehlen von Code Segment zu Code Segment zu unterscheiden und
umzuschalten. Daher können mit dem 64-bit Desktop-Prozessor von AMD sowohl bisherige als auch
neue 64-bit Anwendungen problemlos auf dem PC zuhause laufen.
Näher als der Sledgehammer liegt aber erstmal der neue Prozessorkern mit Namen „Mustang“,
auf dessen Basis in der zweiten Hälfte diesen Jahres eine Reihe neuer AMD-CPUs erscheinen sollen.
Mustang verträgt bis zu 1MB integriertem Level2-Cache und soll in allen Facetten auf dem Markt
erscheinen (Desktop, Server/Workstation, Mobile). Während die Server-CPU wohl als „Athlon
Ultra“ auf den Markt kommen wird, sollen die Marken Duron und Athlon auf dem Desktop erhalten
bleiben. Die ersten Prozessoren, die auf dem Mustang basieren, werden voraussichtlich mit mindestens
1,3 GHz laufen.
Auf der PC Expo hat AMD auch seine Pläne für mobile Versionen von Duron und Athlon vorgelegt.
Beide Chips werden auf einer Mobile-Ausgabe des Mustang basieren, der einen eigenen Codenamen besitzt:
„Corvette“. Wie in den Desktop-Modellen werden die Unterschiede von Mobile Duron und Athlon
in Taktfrequenz, Cache-Größe und Preis liegen.

Quelle: ZDNet News

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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