Gedanken zum i845

Warum wird Intels neuer Chip so teuer?

Bisher kosteten Mainstreamchipsätze von Intel immer rund $30. Dies ist schon sehr viel für einen Chipsatz. Konkurrenten wie SiS oder ALi verkaufen Chipsätze schon für die Hälfte. Der i850 markiert mit seinen $75 das andere Extrem. Der geplante i845 (Brookdale) liegt etwa zwischen i815 und i850. Für $40 soll er dem Pentium 4 SD- und DDR-RAM schmackhaft machen. Wir wunderten uns bei Bekanntwerden des Preises schon etwas über seine Höhe. Er passt nicht zu Intels Plänen, den Pentium 4 möglichst günstig und konkurrenzfähig zu machen.

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Die xbit-labs spekulierten nun etwas über die Gründe für den hohen Preis. Sie kamen zu dem Schluß, dass das Package des Chips schuld sein muß. Der Chipsatz wird im FCPGA-Gehäuse ausgeliefert – ebenso wie der i850 oder z.B. der Pentium III und Celeron. Das FCPGA Package hat den Vorteil, dass sich die Wärme relativ gut ableiten läßt. Negativ ist der hohe Preis. Über $10 soll es pro Chip kosten. Bei einem mehreren hundert Dollar teuren Prozessor fallen diese kaum ins Gewicht, bei einem günstigen Chipsatz schon.
Intel hat nun zwei Möglichkeiten: Entweder man verkauft den Chip zu einem hohen Preis, deckt seine eigenen Kosten und tut etwas für die Konzernbilanz oder man subventioniert ihn. Der ersten Möglichkeit steht der Wunsch entgegen, den Pentium 4 in niedrige Preisregionen zu drücken und AMD Konkurrenz zu machen. Die zweite Möglichkeit gefällt aber noch weniger. Am Pentium 4 ist so gut wie alles teuer: Seine Fertigung, die 300Mio Dollar Werbekampagne, das RDRAM-Subventionsprogramm, das Prämienprogramm, bei welchem die Hersteller für jeden verkauften Pentium 4 Rechner Prämien von weit über 100DM erhalten… Irgendwann muss man mit dem Prozessor jedoch auch Geld verdienen. Eine Subventionierung scheidet demnach aus. Also wählt Intel den goldenen Mittelweg und verkauft den Chip annähernd zum Selbstkostenpreis. Damit verdient man zwar kein Geld, verliert aber auch keines. Den Pentium 4 macht er jedoch auch nicht so günstig wie einen Pentium III.

Quelle: x-bit labs

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