DDR-Mainboards = Ladenhüter?

Hersteller stellen Entwicklung weiterer DDR-Motherboards vorerst ein

Es hat sich wohl inzwischen herausgestellt, dass die Verkäufe und die Marktakzeptanz von Motherboards für DDR SDRAM Hauptspeicher in letzter Zeit nicht angestiegen sind. Nun haben sich die großen taiwanesischen Hersteller Asus, Gigabyte und MSI angeblich entschlossen, die Entwicklung weiterer DDR-Mainboards erstmal auszusetzen.

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Die Gründe liegen hauptsächlich mal wieder im allgemeinen Abschwung auf dem PC-Markt. Nach Ansicht der Hersteller dominiert der Pentium 4 inzwischen das High-End Segment, während die günstigen Boards für PC133 SDRAM immer populärer werden und den DDR-Mainboards Marktanteile nehmen.
Die Nachfrage nach Pentium 4 Mainboards ist in diesem Monat nach den letzten Preissenkungen von Intel deutlich gestiegen. Vom Asus P4T beispielsweise werden jetzt im Mai voraussichtlich fast 100.000 Stück ausgeliefert. In den ersten drei Monaten diesen Jahres waren es noch 30.000 Einheiten monatlich.

MSI hat angeblich größere Bestellungen von regionalen Distributoren in Asien erhalten, die in um 50% höheren Auslieferungen von Pentium 4 Mainboards resultieren. Gigabyte hat ebenfalls im Mai mehr P4-Produkte verkauft als bisher.
Im Gegensatz dazu sind die Lieferzahlen von DDR-Motherboards seit März stetig gesunken. Bei den großen Herstellern verlassen pro Monat zwischen 50.000 und 80.000 Stück die Fabriken.
Und die Aussichten sind angeblich nicht rosig für die Hersteller. Die PC133 SDRAM Mainboards sind inzwischen ausgereifte Produkte und ihr relativ günstiger Preis macht sie zur ersten Wahl bei den Konsumenten. Außerdem ist der Leistungsgewinn bei einer Kombination Intel Pentium III und DDR SDRAM höchstens marginal (siehe Test). Anders sieht es da beim AMD Athlon aus, aber hier liegt das Problem für die Hersteller oft darin, dass ein Besitzer eines Sockel-A Boards kein neues Mainboard benötigt, will er auf einen schnelleren Athlon Prozessor umsteigen. Für den Anwender sicher angenehm, wenn eine Prozessorlinie länger auf den gleichen Sockel setzt, für den Mainboard-Hersteller dagegen nicht.

Quelle: DigiTimes

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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