Intel Pentium 4 jetzt mit 2.8 GHz

Außerdem Modelle mit 2.66, 2.6, 2.5 GHz vorgestellt - P4 2.53GHz billiger

Intel hat heute wie erwartet einige neue Pentium 4 Prozessor-Varianten vorgestellt. Das neue Top-Modell ist jetzt mit 2.8 GHz getaktet. Daneben wurde auch ein P4 mit 2.66 GHz eingeführt, ebenfalls mit dem derzeit aktuellen Front Side Bus von 533 MHz, sowie zwei Modelle mit dem 400 MHz FSB – mit 2.6 und 2.5 GHz. Die letzteren beiden CPUs sind damit auch problemlos auf älteren Mainboards mit z.B. dem i845D Chipsatz einsetzbar, die noch nicht für den 533MHz FSB geeignet sind.

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In den ersten Tests zeigte sich der Pentium 4 mit 2.8 GHz dem erst letzte Woche vorgestellten AMD Athlon XP 2600+ zumeist überlegen und darf damit als derzeit schnellster PC-Prozessor für Desktop-Systeme angesehen werden. Allerdings gilt dies nicht für alle Benchmarks, so dass der neue P4 nicht als eindeutiger Sieger da steht, der den XP 2600+ komplett beherrscht.

In einem Punkt allerdings liegt Intel vermutlich deutlich vorn, nämlich bei der Verfügbarkeit. AMD hat bisher erst Samples der neuen Athlon XP 2400+ und 2600+ verschickt, so dass mit ausreichend erhältlichen CPU-Modellen erst gegen Mitte bis Ende September gerechnet werden kann. Bereits jetzt sind aber mehrere Händler in den nordamerikanischen Preisvergleichen aufgeführt, die den P4 mit 2.8 GHz anbieten. Man wird abwarten müssen, ob diese Situation in Europa genauso eintritt.

Der erste offizielle Preis des Pentium 4 2.8 GHz liegt übrigens deutlich unter dem des bisherigen Top-Modells mit 2.53 GHz! Der neue 2.8GHz P4 kostet laut Intel im Großhandel $508. Der P4 2.53GHz schlug dagegen bisher mit $637 zu Buche. Er wurde allerdings heute überaus deutlich im Preis gesenkt, nämlich um satte 62% auf $243.
Weitere Preissenkungen für alle Pentium 4 Modelle hat Intel für den 1. September geplant, wie wir bereits vor einigen Tagen ausführlich dargelegt haben.

Interessanterweise wurde nicht nur die Taktfrequenz des Pentium 4 auf 2.8 GHz erhöht, er hat auch ein neues Stepping bekommen. Nach einem Bericht von Ace’s Hardware wurde der “Translation Look-aside Buffer“ (TLB) im CPU-Kern von 64 auf 128 Einträge erweitert.
Was steckt dahinter? Um auf Daten im Speicher zugreifen zu können, benötigt die CPU die physikalische Adresse im Hauptspeicher, die sie sich aus der sogenannten Seitentabelle (“page table“) holt. Diese ist allerdings im Systemspeicher abgelegt, so dass der Zugriff relativ langsam ist. Der TLB fungiert hier wie eine Art Cache der Seitentabelle und enthält die letzten verwendeten Datenadressen. Je größer der prozessorinterne TLB, desto eher findet die CPU die benötigte Adresse dort und muss nicht auf den langsameren Zugriff auf den Systemspeicher warten.
In Tests mit gleichgetakteten Pentium 4 Modellen mit den unterschiedlichen Steppings zeigte sich die neue Version zwischen 1% und 5% schneller. Es wird vermutet, dass die Erweiterung des TLB eine Vorbereitung auf die nächsten Pentium 4 Varianten mit aktiviertem HyperThreading ist, bei denen ein größerer TLB notwendig sein dürfte.

Nachtrag:
Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass der TLB schon zuvor 128 Einträge besaß. Die bisher falsche Angabe von 64 im WCPUID lag in einem Bug im Reporting des Pentium 4, der aber nun behoben ist, so dass jetzt die korrekte Anzahl an Einträgen widergegeben wird.
Der Grund für die etwas bessere Performance liegt laut Intel in kleinen architektonischen Änderungen am CPU-Kern. Einzelheiten sind jedoch nicht bekannt.

Quelle: Pressemitteilung

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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