Die Chronik eines Skandals

PC-Welt und der Plus Volks-PC sorgten für Schlagzeilen

Der Plus Volks PC wurde auf der Titelseite der Dezember Ausgabe der PC-Welt als „gefährlich“ bezeichnet. Hintergrund war die vermeintlich übermäßige Störstrahlung, welche nicht die gesetzlich zulässigen Grenzwerte einhalte und nach Norm EN 55022, Klasse B, diese massiv überschreite. Daher dürfte der von 4MBO hergestellte PC keine CE-Plakette tragen.

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Der IDG Verlag wurde auf Grund des Berichts massiv unter Druck gesetzt und es wurde mit einer zweistelligen Millionenklage gedroht. Mit Datum vom 1.10.2002 wurde eine einstweilige Verfügung gegen den Verlag ausgesprochen. Darauf hin wurden alle Berichte zu dem Thema auf PC-Welt.de gelöscht. Nach weiteren Tests seitens von PC-Welt beauftragten Prüfinstitutionen stellte sich heraus, dass alle geprüften 4MBO Modelle die CE Norm nicht erfüllten. Hierbei wurden 6 Geräte teils mehrfach getestet von insgesamt 4 CE-akkreditierten Prüflaboren. Hierzu zählte auch das bei Media Markt erhältliche Modell E Media 25125.

Letztendlich landete das Ganze vor dem Hamburger Landgericht und dieses hat der PC-Welt zwischenzeitlich Recht gegeben. Bis auf das Wort „gefährlich“ auf der Titelseite war der Bericht laut Urteil vom 22.11.2002 in Ordnung. Die Zeitschrift hatte nach eigenen Angaben in 7 von 8 Punkten Recht bekommen. Was hat nun allerdings der PC Käufer davon? Mittlerweile hat PC Welt in der neuesten Ausgabe einen weiteren Artikel verfasst. Beim aktuellen Volks-PC von 4MBO und Bild.T-Online.de, der Anfang Dezember in den Filialen der Supermarktkette Plus erhältlich war, wurden die Schwachstellen mittlerweile nachgebessert. So wurde das Frontschnittstellen-Feld verbessert und es werden Ferritkerne beigelegt. „Dieser PC strahlt auch nicht.“ Anders sieht es aber bei den ersten Volks-PCs von Plus und Media Markt aus. Die PC-Welt schreibt, dass diese laut den Tests der entsprechenden Prüfinstitutionen strahlen und so hätten nicht verkauft werden dürfen. Wie sieht es aber mit deren Rückgabe seitens der betroffenen Käufer laut PC Welt aus? Bei Media Markt verfährt man vorbildlich, heißt es. Es genügt zur Rückgabe der Kassenbon bzw. die Rechnung und das System muss komplett mit vollständigem Zubehör sein. Die Originalverpackung ist nicht erforderlich, wäre aber bei Media Markt willkommen, so PC-Welt.
Korrektes Verhalten auch bei Plus. Zwar versuchte man auf Anfrage über die kostenpflichtige Hotline den Kunden zu überreden, er möge den PC behalten, wenn er mit dem Gerät keine Probleme hätte. Es bestehe ja so kein zwingender Grund zum Umtausch.
Ein legitimer Versuch, wie wir meinen. Eine Rückgabe sollte auch ihre Begründung haben. Erst nach nachdrücklichem Hinweis, dass das Gerät den TV- und Radio-Empfang störe, war man bereit das Gerät zurückzunehmen. Der Kunde solle den PC mit beigelegtem Rückschein unfrei, also kostenlos, an Plus schicken. In drei bis vier Wochen erhalte er dann einen Scheck. Auch für die Besitzer der betroffenen ersten 4MBO Volks-PC, welche von einer Rückgabe absehen wollen, da diese das System z.B. aufwendig eingebaut haben, hat die PC-Welt Hilfestellung parat. Nachzulesen ist das Ganze und noch mehr auf Seite 16 bzw. 18 der Anfang Januar erscheinenden Kiosk Ausgabe 2/2003. Der beherzte Einsatz der PC-Welt hat sich also im Interesse des Konsumenten gelohnt.

Allerdings haben sich noch ein paar dunkle Schatten am Horizont aufgetan. Der IDG Verlag hat rechtliche Schritte gegen den Heise Verlag bzw. die c`t eingeleitet. Na, hoffentlich geht das ganze einvernehmlich aus…

Media Markt Volks-PC Angebot

Quelle: PC-Welt

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