AMD mit großen Ambitionen

Hohe Ziele für größere Marktanteile und Kritik an Intels Dual-Core CPUs

Die Führungsebene von AMD hat sich anlässlich der Computermesse Computex und der Einführung des Athlon 64 X2 Dual-Core Prozessors zu den langfristigen Zielen des Unternehmens geäußert. “Es gibt keinen Grund, warum wir nicht ein Drittel des Marktes in den nächsten zwei bis drei Jahren anstreben sollten“, gab AMD-Chef Hector Ruiz kürzlich zu Protokoll.

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Marty Seyer, Vizepräsident und General Manager von AMDs Microprocessor Bereich, ging sogar noch einen Schritt weiter: “Wir wollen in der Lage sein, die Prozessor-Nachfragen der halben Welt zu bedienen.“
Ein AMD-Newsletter hat dieses Ziel jüngst noch deutlicher gemacht. In diesem geht es um das Thema “50×15“ (50% bis 2015). Der Newsletter soll den Lesern “die letzten Entwicklungen näherbringen hinsichtlich AMDs Bestrebung, 50% der Welt mit erschwinglichen Computern und Internetzugang bis zum Jahre 2015 zu versorgen“.
Diese Ziele zeugen von großen Ambitionen. Schließlich hat AMD in den letzten zwölf Monaten zwar 2% Marktanteil hinzugewonnen, steht aber immer noch bei nur etwa 17%, während Intel bei fast 82% liegt.

Unterdessen hat Henri Richard, AMDs Senior-Vizepräsident für weltweiten Vertrieb und Marketing, Intels Dual-Core Strategie angegriffen. Nach seiner Ansicht kann man bei Intels Prozessoren mit zwei Kernen nicht von einer ‚richtigen‘ Dual-Core CPU sprechen. Um sich dafür zu qualifizieren, müssten zwei Kerne auf einem Prozessor-Die integriert sein. Intel packt laut Richard jedoch lediglich zwei getrennte Kerne in ein CPU-Gehäuse, was keine wirkliche Dual-Core Lösung darstellt.
Weiterhin wies Richard Gerüchte zurück, nach denen AMD demnächst wieder eigene Chipsätze anbieten wolle, und kritisierte in diesem Zusammenhang erneut Intel, die CPU, Chipsatz und WLAN-Modul in einem Paket für eine einheitliche Plattform anbieten. AMD wird dagegen nicht in den Markt für Chipsätze einsteigen. Richard verwies hier auch auf die guten Beziehungen von AMD zu den großen Chipsatz-Herstellern.

Hector Ruiz
Marty Seyer
Henri Richard

Quelle: InformationWeek

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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