Intel demonstriert 32-nm-CPUs

Kommende Prozessoren mit integrierter Grafik laufen bereits problemlos

Auf der ISSCC (International Solid State Circuits Conference) in San Francisco hat Intel heute die weltweit ersten laufenden Prozessoren aus der Fertigung mit 32 Nanometer Strukturbreite demonstriert. Dabei handelt es sich um „Clarkdale“ für Desktop-PCs und „Arrandale“ für Notebooks. Beide gehören zur „Westmere“ Architektur, dem Nachfolger der Nehalem-Generation (45 nm, Core i7), und verfügen über zwei Kerne und einen integrierten Grafikchip. UPDATE: Intel hat nun ein Video veröffentlicht, in dem die neuen 32-nm-CPUs in laufenden Systemen gezeigt werden.

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Wie gewohnt wird Intel nach der neuen Prozessor-Architektur im letzten Jahr (Nehalem) in diesem Jahr einen neuen Fertigungsprozess einführen (Tick-Tock-Strategie, siehe Bild). Auf 45 folgen also 32 Nanometer. Produktionsstart soll im vierten Quartal 2009 sein. Intel investiert insgesamt etwa 8 Milliarden US-Dollar in die 32-nm-Fertigung. In diesem Jahr sollen zwei Chipfabriken in Oregon die 32-nm-CPUs produzieren, im nächsten Jahr kommen zwei Fabs in Arizona und New Mexico hinzu.
Der Plan von Intel sieht folgendermaßen aus:
Im High-End Bereich steht der Core i7 (Codename: „Bloomfield“) aus der Nehalem-Architektur mit integriertem DDR3-Speichercontroller, gefertigt in 45-Nanometer-Technik.
Im Laufe dieses Jahres werden auf der gleichen Basis „Lynnfield“ für Mainstream-PCs und „Clarksfield“ für Notebooks eingeführt. Beide besitzen wie der Core i7 vier Kerne und unterstützen Hyper-Threading, können also pro Kern zwei Aufgaben praktisch parallel abarbeiten. Passend dazu bringt Intel neue Chipsätze der 5er-Serie auf den Markt. „Lynnfield“ und „Clarksfield“ nutzen einen anderen Sockel als der Core i7, sie besitzen auch nur einen Dual-Channel, keinen Triple-Channel Speichercontroller für DDR3 SDRAM.
Die ersten 32-nm-CPUs der „Westmere“ Architektur sind dann die heute demonstrierten „Clarkdale“ für den Desktop und „Arrandale“ für Laptops. Beide ergänzen das Produktsortiment nach unten und dürften einen Großteil der Core 2 Prozessoren vom Markt verdrängen.
„Clarkdale“ und „Arrandale“ sind kompatibel mit „Lynnfield“ und „Clarksfield“ sowie den Chipsätzen der 5er-Serie, können also in den gleichen Mainboards eingesetzt werden. Dementsprechend besitzen auch sie einen Dual-Channel Speichercontroller.
Der Core i7 bekommt 2010 einen Nachfolger, nämlich „Gulftown“. Dieser wird dann in 32 nm gefertigt und besitzt sechs Kerne. Durch Hyper-Threading können damit 12 Threads gleichzeitig abgearbeitet werden. „Gulftown“ unterstützt wie Core i7 den Intel X58 Express Chipsatz und dürfte durch ein BIOS-Update mit den meisten solcher Mainboards kompatibel sein.

Zurück zu „Westmere“: Intel nutzt die feinere Fertigung, um gleichzeitig einige Verbesserungen vorzunehmen. Zum Einen werden sieben neuen Befehle integriert, die die Ver- und Entschlüsselung von Daten deutlich beschleunigen sollen, wenn die entsprechende Software sie nutzt. Zum Anderen ist Platz im Prozessorgehäuse, der dazu genutzt wird, einen Grafikchip unterzubringen. Dieser wandert also von der Northbridge klassischer Chipsätze in die CPU, so dass der „Chipsatz an sich“ ausgedient hat und zur 1-Chip-Lösung bzw. zum reinen I/O-Controller wird.
Der Grafikchip von „Clarkdale“ und „Arrandale“ besitzt eine ähnliche Architektur wie die Grafikeinheit der Intel Q4x und G4x Chipsets (Intel Graphics Media Accelerator X4500 und X4500HD). Allerdings wird die GPU für „Westmere“ CPUs in 45 statt 65 Nanometer hergestellt, was einen Leistungsschub erwarten lässt. Ob ein dedizierter Grafikspeicher integriert wird, wollte Intel heute noch nicht sagen.

Im Hinblick auf die Produktion in 32 Nanometer zeigte sich Intel sehr enthusiastisch. Die ersten Muster der „Westmere“-CPUs von den Test-Wafern hätten auf Anhieb gebootet und würden problemlos laufen.

Einen Einführungstermin für die Prozessoren aus der 32-nm-Fertigung wollte Intel aber noch nicht nennen. Der Start der Massenproduktion der „Westmere“-CPUs sei zwar für das vierte Quartal geplant, aber man müsse den exakten Termin mit den PC-Herstellern koordinieren, denn diese sollen am gleichen Tag schließlich entsprechende Systeme liefern können.

NACHTRAG:
Mittlerweile hat Intel ein Video veröffentlicht, in dem die kommenden 32-nm-CPUs „Clarkdale“ und „Arrandale“ in laufenden Systemen demonstriert werden.

Die Features der Westmere-Prozessoren
Tick-Tock-Strategie
Übergangsphase von 45 auf 32 Nanometer
CPU-Roadmap
Chipsatz-Vergleich: Core 2 vs. Westmere
CPU-Vergleich: Core 2 vs. Westmere
Neue Krypto-Befehle in Westmere-CPUs
Übersicht der Codenamen

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Quelle: Eigene

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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