Urheberrechtspauschale auf PCs

Verbraucher zahlen bald mehr für ihre Computer

Der Bundesverband der Computerhersteller (BCH) und die Zentralstelle für private Überspielrechte (ZPÜ) haben sich auf eine Urheberrechtspauschale für PCs geeignet: Laut Pressemitteilungen der Verbände soll auf alle seit 2008 verkauften PCs eine Pauschale von 12,15 (ohne integrierten Brenner) bzw. 13,65 Euro (mit Brenner) erhoben werden – zuzüglich Mehrwertsteuer. Acer, HP, IBM, Fujitsu, Medion, Samsung und Sony wollen auch rückwirkend für 2002 bis 2007 zahlen. Die Urheberrechtspauschale soll die Rechte von Autoren geschützter Werke absichern.

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Die Industrie muss die Urheberrechtspauschale jedoch nicht stören, denn die anfallenden Abgaben sollen laut BCH voll zu Lasten der Verbraucher gehen. Sprich: PC-Preise dürften steigen.

Noch ist eventuell nicht das letzte Wort gesprochen. Wie uns per Mail von einem Nicht-Mitglied des BCH mitgeteilt wurde, sprechen sich nur die oben erwähnten BCH-Mitglieder, also Acer, HP, IBM, Fujitsu, Medion, Samsung und Sony für diese Einigung aus. Andere Unternehmen wie Apple, Lenovo, Panasonic und Toshiba sind gegen den Beschluss und waren ursprünglich mit ihren jetzigen Kontrahenten in der „bitkom“, einem Verband, der für die IT-Branche mit der ZPÜ verhandeln sollte. Acer, HP, IBM und Co. hatten jedoch andere Vorstellungen als der Rest der bitkom und gründeten nach gescheiterten Einigungsversuchen den BCH.

Eine Studie der bitkom erbrachte zuvor das Ergebnis, dass nur ca. 1 Euro pro PC an Urheberrechtspauschale anfallen sollten. Die ZPÜ lehnte dieses Angebot an, was zum Scheitern der Verhandlungen bzw. zur Gründung des BCHs führte.

Die bitkom ist von der aktuellen Lösung enttäuscht, hält sie aber für „gerade noch tragbar“. Man habe sich niedrigere Kosten für die Verbraucher gewünscht – denn diese werden letzten Endes zur Kasse gebeten.

Quelle: Pressemitteilung

André Westphal

Redakteur

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