Foxconn-Arbeiter im Interview

Mitarbeiter erklären Selbstmord-Gründe der Kollegen

Die Website Bloomberg hat Inteviews mit Foxconn-Mitarbeitern geführt, um die Gründe für die hohen Selbstmordraten zu erfahren. Ah Wei, einer der Fließbandarbeiter nennt die Resignation: „Das Leben ist bedeutungslos“, erklärt Wei und fährt fort: „Ich wiederhole jeden Tag den gleichen Ablauf. Den ganzen Tag werde ich angeschrien. Es ist ziemlich hart hier“. Wei meint, dass sich die Atmosphäre dadurch verschärft, dass Gespräche unter Mitarbeitern verboten sind und Toilettenpausen etwa nur zu festgelegten Zeitpunkten alle zwei Stunden für 10 Minuten möglich sind.

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Wei selbst hat laut eigenen Aussagen bereits Gehörschäden durch seine Arbeit erlitten, doch seine drei Anfragen nach Versetzung blieben unbeantwortet. Ein zweiter, anonymer Arbeiter eröffnet, dass 80 % der Arbeiter an der Produkstionslinie jeden Tag 12 Stunden stehend arbeiten müssten und das sechs Tage die Woche: „Und man findet keine Freunde, denn reden darf man ja während der Arbeit nicht“. Weiter erklärt er die Misere: „Die meisten von uns haben keine hohe Qualifikation und uns bleibt keine andere Arbeit übrig. Ich fühle mich nicht, als ob ich bei der Arbeit etwas erreichen würde, ich bin mehr wie eine Maschine“.

Foxconn wendet ein, dass Unternehmen täte was möglich wäre, um weitere Selbstmorde zu verhindern. Dazu gehört etwa die Installation von Netzen an den Gebäudeseiten und die Einstellung eines psychologischen Beraters, der sich den Problemen der Angestellten widmet. Ob bisher Besserung bei der Arbeitsatmosphäre an sich eingetreten ist, ist offen.

Quelle: Bloomberg

André Westphal

Redakteur

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