Xbox 360 Slim gedrosselt

Leistungsunterschiede zu älteren Modellen unerwünscht

Microsofts Xbox-Team hat heute neue technische Details zum Innenleben der aktuellen Xbox 360 mit 250-GByte-Festplatte enthüllt. Im Grunde werkelt im Inneren das erste System-on-Chip-Design (SoC), das für den Massenmarkt einen Desktop-Prozessor, eine GPU, Speicher und I/O-Logic auf einem Stück Silizium vereint. Das Ergebnis: Gesunkene Herstellungskosten durch weniger Bauteile, ein kleineres Mainboard, weniger Kühllösungen und niedrigerer Stromverbrauch. Spannend: Im Grunde hat man die neue Xbox 360 gedrosselt, um die Leistung identisch zu alten Varianten zu halten.

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Diesem Zweck dient der auf dem angehängten Bild sichtbare „FSB Replacement Block“. Jener imitiert die vorherige Verbindung zwischen CPU und GPU, als beide Bauteile noch einzelne Bauteile waren. Auf diese Weise erzeugt man quasi künstliche Latenzen und Bandbreiten-Beschränkungen. Diese Herangehensweise ist relativ ungewöhnlich, denn normalerweise würde man einfach eine interne Verbindung mit geringer Latenz und hoher Bandbreite nutzen. Dadurch wäre der neue SoC-Chip aber schneller als die alte Xbox 360. Diese Leistungsunterschiede zwischen den Konsolen wären für Entwickler problematisch, darum musste Microsoft die neue Konsole ausbremsen.

Immerhin freuen sich Anwender über den gesunkenen Stromverbrauch: Im Vergleich mit der Original-Xbox-360 von 2005 mit 90-Nanometer-CPU und -GPU verbraucht das neue Design im 45-Nanometer-Verfahren rund 60 % weniger Strom. Mit nur 372 Millionen Transistoren merkt man der Xbox 360 ihr Alter allerdings deutlich an. Zum Vergleich: Ein Intel Pentium D 900 von 2006 hatte bereits 376 Millionen Transistoren. Und der aktuelle Intel Core i5 760 bietet über die doppelte Menge Transistoren.

Quelle: ArsTechnica

André Westphal

Redakteur

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