Microsoft will Intel Atom mit 16 Kernen

Soll die Energiekosten in Rechenzentren senken

Microsoft würde es gerne sehen, wenn Intel eine Atom-CPU mit 16 Kernen entwickelt. Das Unternehmen will die stromsparenden Prozessoren in seinen Servern einsetzen, um den Energieverbrauch seiner großen Rechenzentren zu senken. Dileep Bhandarkar, ein Techniker des Unternehmens, erkennt in den Low-Power-CPUs eine „riesige Chance“ um die hauseigenen Rechenzentren für die Zukunft zu rüsten. Eigentlich kommen die Atom-CPUs in Netbooks zum Einsatz, doch eine Version mit mehr Kernen und dennoch geringem Stromverbrauch könnte in der Tat für Server interessant sein.

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Laut Bhandarkar sei auch die System-On-Chip-Architektur ein Schritt in die richtige Richtung: „Wenn man sich diese kleinen Kerne ansieht, kann man ihre Effizienz steigern, wenn man sie nicht mit allerlei Schnickschnack wie South Bridges und Netzwerk-Controllern umgibt. Die CPUs als System-On-Chip, sind der richtige Weg.“

Als großer Kunde verfügt Microsoft über den nötigen Einfluss, um CPU-Herstellern wie AMD und Intel die eigenen Bedürfnisse eindringlich zu vermitteln. Linley Gwennap, Gründer und Analyst der Linley Group, ist davon überzeugt, dass Intel dementsprechend Produkte entwickeln wird: „Intel steht an einem Punkt, wo sie nicht mehr drumherum kommen. ARM visiert ebenfalls mehr und mehr das Server-Segment an und um bei der Leistung pro Watt auf einen grünen Zweig zu kommen, muss Intel seine Atom-CPUs auffahren.“

So wägt auch Microsoft laut Bhandarkar bereits den Einsatz von ARM-Servern ab: „Wenn ARM uns genügend Mehrwert gegenüber x86-Lösungen bietet, werden wir darüber nachdenken. Aber es muss klare Leistungsvorteile geben.“ Die Umstellung auf eine völlig neue Architektur lohne sich laut Bhandarkar aber nur, wenn man im laufenden Betrieb mindestens die Hälfte der Kosten einsparen könne.

Und genau darum gehe es laut Bhandarkar: Wer bietet am meisten Leistung pro Watt. Hiernach sehe sich Microsoft um – bloße Leistung durch höhere Taktraten und mehr Kerne sei uninteressant. Etwa würden leistungsfähigere CPUs wenig nützen, wenn der Stromverbrauch unverhältnismäßig stiege.

Intel reagiert indes mit der Aussage, dass man derzeit keine Atom-CPUs für Server plane. Ob das auch in Zukunft so bleibt, könnte aber offen sein.

Quelle: PCWorld

André Westphal

Redakteur

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