Microsoft-Nokia Deal fast geplatzt

Hätte Microsoft nicht noch 'Überzeugungsarbeit' geleistet

Bevor Nokia vor einer Woche bekannt gab, dass seine Smartphones zukünftig mit Microsofts Windows Phone 7 als Betriebssystem ausgeliefert werden, stand es auch mit Google in Verhandlung. Für Microsoft stand dabei viel auf dem Spiel, denn hätte Nokia sich für Googles Android entschieden, so wäre dies ein herber Rückschlag für Microsoft gewesen. Letzten Endes entschied sich Nokias CEO Stephen Elop für seinen früheren Arbeitgeber und dessen Windows Phone 7. Doch dazu wäre es beinahe nicht gekommen.

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Wie das Wall Street Journal berichtet, wären die Verhandlungen mit Microsoft beinahe eingestellt worden. Bei Nokia war man der Ansicht, Microsoft würde das Unternehmen wie einen x-beliebigen potentiellen Partner behandeln, während Nokia vor einer für das Unternehmen und dessen Zukunft schwerwiegenden Entscheidung stand.

Doch auch für Microsoft gab es viel zu verlieren. Der Konzern aus Redmond tut sich schwer im Kampf um Anteile im zukunftsträchtigen Markt mobiler Geräte und die Prognosen sind nicht die besten. Hätte Nokia, der weltgrößte Mobiltelefon-Hersteller, sich voll und ganz für Android entschieden, so wäre es für Windows Phone fast schon vorbei gewesen.

Und so gab Microsoft nach und versüßte Nokia den Deal. Microsoft erklärte sich zu Zahlungen in Milliardenhöhe über die Dauer ihrer Zusammenarbeit bereit, um Nokia bei der Entwicklung und Vermarktung ihrer Mobiltelefone mit Windows Phone zu unterstützen. Darüber hinaus war Microsoft zu weiteren Zugeständnissen bereit, wie z.B. die Integration von Nokias Kartendienst Navteq in die eigenen Produkte oder der Beteiligung Nokias an Werbeeinnahmen, die bspw. im Zusammenhang mit Navteq entstehen. Und so kam es nur wenige Tage vor Nokias Investorenkonferenz am 11. Februar, auf der Nokia seine zukünftige Strategie verkünden wollte, zu einer Übereinstimmung.

Sicherlich wird auch Google Nokia viel für eine Zusammenarbeit geboten haben. Nur war Microsofts Angebot am Ende wohl großzügiger und entgegenkommender.
Googles CEO Eric Schmidt hofft jedoch, dass Nokia sich irgendwann in der Zukunft doch noch für Android entscheiden wird.

Quelle: Wall Street Journal

Jan Apostel

Redakteur

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