Sandia-Kühler

Neues Konzept für CPU-Kühler

Sandia National Laboratories, Forschungsinstitut des US-Energieministeriums, hat ein neues Konzept für CPU-Kühler vorgestellt. Dieses trägt die Bezeichnung „Air Bearing Heat Exchanger“ und wurde vom Sandia-Forscher Jeff Koplow entwickelt. Der Sandia-Kühler soll trotz reduziertem Energiebedarf eine drastisch verbesserte Kühlleistung gegenüber konventionellen Kühlern aufweisen. Aktuell handelt es sich zwar noch um einen Prototypen, aber man ist bereits auf der Suche nach Lizenznehmern für kommerzielle Kühlprodukte.

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Der Sandia-Kühler bzw. „Air Bearing Heat Exchanger“ besitzt parallel angeordnete, gebogene Kühllamellen. Im Zentrum der angeordneten Kühllamellen befindet sich ein Motor, der diese rotieren lässt. Durch die Rotation der Kühllamellen entsteht ein Sog, durch den Umgebungsluft ins Zentrum des Kühlers und von dort aus zwischen den Kühllamellen wieder nach Außen befördert wird. Unterhalb der Kühllamellen befindet sich eine Bodenplatte, die als Heat-Spreader fungiert. Die Luftschicht zwischen Bodenplatte und Kühllamellen fällt mit 0,03 Millimetern äußerst dünn aus und soll deshalb einen äußerst geringen thermischen Widerstand besitzen. Dadurch kann die Wärme von der Bodenplatte aus über die Luftschicht an die Kühllamellen weitergeleitet werden. Das Problem konventioneller CPU-Kühler, bei denen eine Schicht tote Luft den Kühlfinnen anhaftet, soll beim Sandia-Kühler durch den zentrifugalen Pumpeffekt gelöst werden. Dadurch soll die Luftschicht, die die Kühlfinnen des Kühlers umgibt, um 90 Prozent reduziert werden und die Kühlleistung signifikant ansteigen.

Dank seiner aerodynamischen Form soll der Sandia-Kühler auch bei hohen Umdrehungsgeschwindigkeiten leise im Betrieb sein. Zudem beugt die schnelle Rotationsgeschwindigkeit der Ablagerung von Staub vor. Wieviel Energie für den Betrieb des Lüfters benötigt wird ist derzeit nicht bekannt. Der Energiebedarf soll aber geringer ausfallen als bei herkömmlichen Lüftkühlern.

Aktuell befindet sich der Sandia-Kühler noch im Prototypen-Status. Derzeit sucht man beim Forschungsinstut nach Lizenznehmern, die kommerzielle Kühllösungen auf Basis der Sandia-Technologie herstellen wollen. Diese sieht man nicht nur im industriellen, sondern auch ganz klar im Endkundenbereich.



Quelle: techPowerUp

Jan Apostel

Redakteur

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