Wie ernst ist Videospiele-Sucht?

US-Psychologen wägen die Einstufung ab

Aktuell debattiert die American Psychiatric Association (APA) darüber, ob man Videospiele-Sucht als ernsthafte psychische Störung bzw. Verhaltensstörung anerkennen soll. Die Entscheidung hätte eventuell großflächige Auswirkung: Sollte die Sucht nach Computer- und Videospielen als psychisches Krankheitsbild anerkannt werden, müssten Krankenkassen beispielsweise eventuell auch für die Behandlung aufkommen. Der Begriff der „Sucht“ habe sich laut Ansicht vieler Psychologen gewandelt und bezeichne heute nicht mehr nur die Sucht nach bestimmten Substanzen.

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So gebe es eben auch die Sicht nach bestimmten Verhaltensweisen – etwa Spielen. Dabei handele es sich zwar nicht um eine physische Abhängigkeit, wie etwa bei Drogen, die Veränderungen in den Gehirnfunktionen seien aber laut einigen Wissenschaftlern vergleichbar. Allerdings gibt es auch Gegner dieser Argumentation, die fürchten der Begriff der „Sucht“ könne durch so eine Erweiterung beliebig werden. So braucht es aktuell noch viele weitere Studien, um zu einer Entscheidung zu gelangen.

Aktuell spricht man deswegen in der psychologischen Fachsprache nicht von Videospiele-Sucht, sondern von zwanghaftem bzw. pathologischem Spielen. Von diesem Problem seien mehr Gamer betroffen, als man oft annimmt, behaupten viele Forscher. Es fehle aber noch an standardisierten Messinstrumenten, um wirklich Diagnosen auszustellen.

Dennoch mache man Fortschritte und das Problem des übermäßigen Computer- und Videospielekonsums wird in der Fachwelt ernst genommen.

Quelle: Kotaku

André Westphal

Redakteur

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