Ist Ultra HD mittlerweile ratsam?

Aktuelle Geräte sind immer noch nicht zukunftssicher

Mittlerweile denken viele Anwender über den Kauf eines Fernsehgeräts oder Monitors mit Ultra HD (3840 x 2160 Pixel als Auflösung) nach. Doch viele Fragen bleiben weiterhin offen: So haben wir bereits vor rund zwei Jahren darauf hingewiesen, dass sich die erhöhte Auflösung erst ab sehr niedrigen Sitzabständen bei entsprechend großen Bilddiagonalen gegenüber 1080p auszahlen. Aktuell sitzen viele Kunden selbst von ihren aktuellen Bildschirmen zu weit weg, um Full HD voll auszunutzen. Schwerer wiegt jedoch die unsichere Zukunft aktuell erhältlicher TV-Geräte. Denn ihnen fehlt die Unterstützung für essentielle Features von Ultra HD.

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So soll die Ende 2015 / Anfang 2016 erscheinende Ultra HD Blu-ray Funktionen wie “High Dynamic Range” (HDR), die Codecs HEVC/H.265, die Farbtiefe 10-bit, den Farbraum BT.2020 mit HDR und die Frameraten 23,976p, 24p, 59,94p, 60p und 25p/50p für 50 Hz-Regionen, also auch Deutschland, unterstützen. Zumal die Spezifikationen für den Standard noch nicht einmal final sind und sich noch weitere Daten ändern könnten.

Wer sich nun auf dem Markt umsieht, findet selbst bei Supermärkten Fernseher mit Ultra-HD-Auflösung, die teilweise schon ab 500 Euro zu haben sind. Wir raten allerdings dringend vom Kauf derartiger Geräte ab: In der Regel bieten die Bildschirme noch nicht einmal die Schnittstelle HDMI 2.0, welche für Ultra-HD-Blu-ray notwendig sein wird. Features wie die erhöhten Bildraten, die erweiterten Farbräume und HDR unterstützen die aktuell erhältlichen Produkte schon gar nicht. Wer also jetzt das Geld auf den Tisch legt, um einen TV oder Monitor mit Ultra HD zu erwerben, sollte sich im Klaren sein: Zukunftssicher sind die Geräte keineswegs und sobald die Medien und Abspielgeräte erhältlich sind, wird zwingend er Kauf eines neuen Bildschirms zur Nutzung aller Features notwendig.

Fazit: Nur wer unbedingt 4K-Streams von Streaming-Anbietern wie Netflix schon jetzt testen will und das Geld sowieso über hat, darf ohne Reue zu einem aktuellen Ultra-HD-Fernseher greifen. Wer sein Gerät längerfristig mit vielen neuen Funktionen nutzen möchte, sollte lieber bis Anfang 2016 abwarten, wenn der Standard für die neuen Blu-rays verabschiedet ist und erste voll kompatible Geräteketten verfügbar sind.

Quelle: Eigene

André Westphal

Redakteur

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