Valve Steam: Irrungen um Widerrufsrecht

Erst Integration in Nutzungsbedingungen, dann direkt Aushebelung

Valve hat hat seine Nutzungsbedingungen für Steam geändert und räumt dort nun ein zweiwöchiges Rückgaberecht für gekaufte Inhalte ein. Diese Änderung gilt aber nur für Kunden aus der Europäischen Union. Wörtlich schreibt der Konzern: „Wenn Sie ein in der EU ansässiger Abonnent sind, sind sie berechtigt, einen Vertrag über die Bereitstellung digitaler Inhalte innerhalb einer Frist von vierzehn Tagen oder bis zu dem Zeitpunkt kostenfrei und ohne Angabe von Gründen zu widerrufen, in dem Valve mit ihrer ausdrücklichen Einwilligung mit der Erfüllung seiner Pflichten begonnen hat und Sie zugleich anerkannt haben, dass sie hierdurch Ihr Widerrufsrecht verlieren, je nachdem, welcher der beiden obigen Ereignisse zeitlich zuerst eintritt.“

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Der Wortlaut fährt fort: „Deshalb werden Sie im Zuge des Bestellvorgangs darüber informiert, wann wir mit der Vertragserfüllung beginnen, und darum gebeten, ihre ausdrückliche Einwilligung zur verbindlichen Geltung des Vertrags zu erteilen.“ Konkret bedeutet das, dass bestenfalls Titel zurückgegeben werden könnten, die bereits gekauft und in der Bibliothek sind, jedoch noch nicht heruntergeladen wurden.

Interessanterweise scheint sich dieses theoretisch eingeräumte Rückgaberecht praktisch aber nicht auszuwirken: Wie der zweite Screenshot zeigt, weist Valve nämlich beim Kauf eines Spieles nun wieder direkt darauf hin auf das in den Nutzungsbedingungen eingeräumte Rückgaberecht zu verzichten.

Fazit: Valve passt sich mit den Änderungen geltendem EU-Recht an, ohne dass dies aber in der Praxis Vorteile für die Kunden hätte. Man scheint hier sozusagen einen Umweg gefunden zu haben.


Quelle: Valve

André Westphal

Redakteur

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