Lehrer machen Eltern Games-Vorschriften

Jugendamt droht, wenn Kinder Videospiele für Erwachsene zocken

Es ist eine ewige Diskussion: Inwieweit soll man mündigen Eltern selbst überlassen, was sie ihren Kindern zumuten und inwieweit soll der Staat die Verantwortung übernehmen? Im Vereinigten Königreich wollen Lehrer nun direkt das Jugendamt und sogar die Polizei einschalten, wenn Schüler Spiele mit Altersfreigaben „Ab 18 Jahren“ zocken, obwohl sie noch minderjährig sind. Das Nantwich Education Partnership, ein Zusammenschluss von 16 Schulen, hat Eltern in einem offiziellen Schreiben darauf hingewiesen, dass man in solchen Fällen ohne Umschweife die Behörden einschalte.

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Direktorin Mary Hennessy Jones bezeichnet die Maßnahme als „Hilfe“ für die Eltern. Ob dies nicht vielmehr eine Entmündigung und ein vorschneller Eingriff ist, muss jeder selbst für sich entscheiden. So kontert beispielsweise auch Margaret Morrissey, eine Sprecherin der Vereinigung Parents Outloud, dass der Eingriff der Lehrer eher einer Drohung gleichkomme und Eltern in keinster Weise unterstütze. Natürlich sollten etwa 10-Jährige keine Titel wie „Grand Theft Auto V“ spielen. Aber die Eltern mit dem Einschalten der Behörden zu bedrohen, würde die Problematik nicht lösen, sondern eher verschärfen.

So beschaffen sich Jugendliche natürlich mit Vorliebe Spiele, die sie eigentlich noch gar nicht spielen dürfen. Nicht immer können Eltern sofort einschreiten. Hinweise, Aufklärung und Unterstützung wären vermutlich bessere Strategien als direkt die Behörden zu kontaktieren. Elaine Halligan, Leiterin der Abteilung Parent Practice in London, stimmt zu: „Die Behörden einzuschalten kommt einem absoluten Desaster gleich. Damit sagt man den Eltern in erster Linie, dass man ihnen nicht zutraut die Verantwortung für ihre Kinder zu übernehmen.“

Gegner argumentieren die Eltern sollten ihre Kinder vor Spielen mit hohen Altersfreigaben genau so schützen wie vor anderen Gefahren. Kämen sie dem nicht nach, müssten sie eben mit den Konsequenzen leben.

Quelle: Eurogamer

André Westphal

Redakteur

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