Li-Fi statt Wi-Fi: Im Einsatz

Datenübertragung per Licht: 100mal schneller als Funk

Bislang war „Li-Fi“ lediglich ein Forschungsprojekt, aber jetzt setzt ein Unternehmen aus Estland tatsächlich diese Datenübertragungstechnik per Lichtsignal in der Praxis ein. Li-Fi basiert praktisch auf „Morsen per Lichtsignal“, aber in sehr hoher, für das menschliche Auge nicht mehr wahrnehmbaren Frequenz. Die Datenübertragungsraten sind deutlich höher als mit herkömmlichem WLAN.

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In Labortests der Universität von Oxford wurden Übertragungsraten von bis zu 224 Gigabits pro Sekunde erreicht (28 GByte/s). In der Praxis könnte man bei dieser Geschwindigkeit 18 Filme mit je 1,5 GByte Größe innerhalb von einer Sekunde herunterladen.
Die estnische Firma Velmenni setzt Li-Fi in verschiedenen Pilotprojekten in Tallinn ein. Hier sind die Geschwindigkeiten nicht ganz so hoch, weil es auch um größere Entfernungen geht, aber immerhin werden bis zu 1 GByte/s erzielt, was in diesem Szenario immer noch mehr als hundertmal schneller als WLAN ist.
Man ist sich einig, dass Li-Fi WLAN nicht ersetzen wird, aber in bestimmten Anwendungsgebieten durchaus ergänzend oder als Alternative genutzt werden kann. Man benötigt eine Sichtverbindung, was einerseits hinderlich, aber andererseits auch sicherer ist, da Li-Fi z.B: keine Mauern durchdringen kann und damit gegen Zugriff von außen leichter geschützt ist.
Professor Harald Haas von der Universität von Edinburgh ist der Erfinder von Li-Fi und er hat bereits in der Vergangenheit davon gesprochen, dass moderne LED-Lampen eine schnellere Alternative zum WLAN sein werden. Alles war wir tun müssen, ist einen kleinen Mikrochip in alle denkbaren Beleuchtungselemente einzubauen. Das würde zwei grundsätzliche Funktionalitäten miteinander kombinieren: Beleuchtung und drahtlose Datenübertragung, meint Haas. In Zukunft werden wir nicht nur 14 Milliarden Lampen haben, wir könnten 14 Milliarden Li-Fis weltweit haben für eine sauberere, grünere und strahlendere Zukunft.

Quelle: International Business Times

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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