Empfindliche Strafe für Toshiba

Bücher und Finanzen geschönt: Aktienkurs auf Talfahrt

Die japanische Aufsichtsbehörde hat für Toshiba die Rekordstrafe von 7,37 Milliarden Yen beantragt. Das sind umgerechnet mehr als 55 Millionen Euro. Zuvor hatte man herausgefunden, dass Toshiba in den letzten fünf Jahren regelmäßig seine Bilanzen aufgebauscht hatte, um im Vergleich mit Konkurrent Hitachi besser da zu stehen.

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Anscheinend lagen die Gewinne um insgesamt mehr als 1,5 Milliarden Euro niedriger als angegeben. Die Betrügereien haben bereits hochrangige Mitarbeiter ihre Jobs gekostet und Toshiba erwägt auch, einige davon auf Schadensersatz zu verklagen. Viele in den Skandal verwickelte Mitarbeiter sollen aber immer noch für das Unternehmen tätig sein – sie sollen auf andere Weise „betraft“ werden.
Nachdem die Betrügereien im April bekannt wurden, gab der Aktienkurs im Laufe dieses Jahres um rund 40 % nach und Toshiba hat bereits 8,4 Milliarden Yen beiseite gelegt in Erwartung hoher Strafen.
Der japanische Hersteller hat außerdem Umstrukturierungen angekündigt und plant offenbar, weitere Unternehmensteile zu verkaufen. Erst letzte Woche wurde das Bildsensoren-Business an Sony abgegeben und wie berichtet spricht man wohl mit Fujitsu und Sony-Tochter Vaio über eine Kooperation im PC-Geschäft. Weiterhin plant Toshiba angeblich die Zusammenarbeit mit Sharp beim Geschäft mit Waschmaschinen und Kühlschränken. Allerdings hat Sharp entsprechende Gespräche bislang dementiert.
Was nicht verkauft werden soll, ist das Flash-Speicher-Business, denn das gehört laut Toshiba-Präsident Masashi Muromachi, der nach Aufdeckung des Skandals sein Amt antrat, zum Kerngeschäft des Unternehmens. Anfang letzten Jahres hatte Toshiba hier auch OCZ übernommen.

Quelle: The Washington Post

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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