Foxconn übernimmt Sharp

Taiwaner kaufen japanischen Hersteller & Zulieferer

Im Januar hatte Foxconn bereits ein Angebot für Sharp von über 5 Milliarden US-Dollar abgegeben und es dann später nochmal auf rund $5,5 Mrd. angehoben. Jetzt haben sich die beiden Hersteller im Prinzip geeinigt. Sharp-Chef Kozo Takahashi hat Foxconn-Chef Terry Gou heute persönlich zugesichert, dass er das Übernahmeangebot bis Ende dieses Monats unterzeichnen wird.

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Sharp liefert u.a. die Displays für Apple und Foxconn baut die iPhones und iPads dann zusammen. Foxconn würde sich mit der Übernahme des japanischen Herstellers also einen der großen Zulieferer einverleiben. Foxconn-Vorsitzender Terry Gou hatte 2012 bereits in Sharp investiert und 38 % des LCD-Geschäfts der Japaner aufgekauft. Allerdings ist Sharp nicht der einzige Lieferant der Displays für Apple-Produkte, diese kommen auch von LG und Samsung. Gerüchte besagen außerdem, dass Apple künftig auf OLED setzen will, was Samsung zu einerm der primären Lieferanten machen würde.
Foxconn hat mit der Übernahme von Sharp das staatlich kontrollierte „Innovation Network Corporation of Japan“ (INCJ) ausgestochen. Das INCJ wollte sicher stellen, dass Sharp in japanischen Händen bleibt. Das sei wohl auch im Interesse der Gläubiger von Sharp gewesen. Allerdings war das Angebot der INCJ angeblich nur halb so groß wie das aus Taiwan. Das INCJ hatte zuvor bereits in „Japan Display Inc.“ investiert, eine gemeinsame Firma der japanischen Hersteller Sony, Toshiba und Hitachi.
Der Kauf von Sharp durch Foxconn wird die größte Übernahme eines ausländischen Unternehmens in der Geschichte der japanischen Wirtschaft. Der Preis, den Foxconn dafür zahlen muss, ist aber noch nicht bekannt.
Es heißt, dass Sharp ein 10-köpfiges Team am 15. Februar nach Taiwan sendet (nach Ende des chinesischen Neujahrsfestes, das am kommenden Wochenende beginnt), um die Übernahmegespräche fortzusetzen und dann abzuschließen. Terry Gou war gestern abend noch nach Japan gereist, um die Gespräche zu intensivieren und ein Ergebnis noch vor dem chinesischen Neujahr präsentieren zu können.


Sharp-CEO Kozo Takahashi (links) und Foxconn-Vorsitzender Terry Gou

Quelle: Wall Street Journal

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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