PC-Speicher soll 2017 teurer werden

Preisanstieg im letzten Herbst war nur der Anfang

Im letzten Herbst sind die Preise für 4-GByte-Speichermodule rund 20 % teurer geworden, wie die Marktforscher von DRAMeXchange analysiert haben – von ungefähr 14,50 auf 17,50 US-Dollar. Diese Preisanpassung erfolgte im Zuge der Verhandlungen von RAM- und PC-Herstellern, die neue Verträge für das Jahresendgeschäft vereinbart haben.

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Der Preisanstieg liegt grundsätzlich daran, dass die Produktionskapazitäten für Speicher schrittweise vom PC hin zu RAM für Mobilgeräte und Server transferiert wurden, da letztere Segmente stärker wachsen. Tatsächlich soll PC-Speicher nur noch 20 Prozent der gesamten DRAM-Produktion ausmachen.
Dazu kommen relativ niedrige Lagerbestände von PC-Speicher bei den Markenherstellern und eine höher als erwartete Nachfrage nach Produkten mit integriertem RAM. Das Resultat sind Preisanstiege für Speicher in fast allen Bereichen.

Ein weiterer Grund ist die stille Übereinkunft der drei größten Speicherhersteller. Samsung, Hynix und Micron haben sich – wohl jeder für sich – dazu entschlossen, nebeneinander statt gegeneinander zu arbeiten, um einen neuen Preiskampf und die teilweise ruinöse Hatz nach Marktanteilen zu vermeiden. So können alle gleichzeitig Geld verdienen, wenn man auf Preisnachlässe und den Ausbau von Produktionskapazitäten verzichtet.

So prognostizieren die Marktforscher, dass die drei größten Speicherhersteller ihre Investitionen in diesem Jahr auf dem gleichen Stand wie im letzten Jahr halten werden oder sogar noch weniger als 2016 investieren wollen. Und da der Kampf um Marktanteile nicht mehr höchste Priorität bei den RAM-Produzenten hat und man sich stattdessen auf stabile Rentabilität konzentriert, werden 2017 weitere Preisanstiege für PC-Hauptspeicher erwartet.

Quelle: TrendForce

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

2 Antworten

  1. Lenin sagt:

    „Samsung, Hynix und Micron haben sich – wohl jeder für sich – dazu entschlossen, nebeneinander statt gegeneinander zu arbeiten“ Sicher. Ganz bestimmt. Hier dürfte die Kartellbehörde ruhig mal ganz genau ermitteln.

  2. Habs halt vorsichtig formuliert und nicht gleich von einem Oligopol gesprochen 😉

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