Intel Xeon „Cascade Lake“ mit 56 Kernen

Über 50 neue Xeon CPUs für Rechenzentren & Workstations angekündigt

Im Rahmen einer Veranstaltung in Kalifornien hat Intel endlich seine ersten „Cascade Lake“ CPUs vorgestellt, die eigentlich schon letztes Jahr kommen sollten. Dafür gibt es fast 60 davon, allerdings zunächst erstmal nur Xeon Modelle für Rechenzentren und Workstations. Die sogenannten „Cascade Lake-X“ für die Core-X Serie von High-End Desktop-CPUs werden später erscheinen.

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Intel rückt wie üblich bei der offiziellen Einführung ihrer Prozessoren von den Codenamen ab, d.h. die bislang als „Cascade Lake“ bezeichnete neue Generation läuft nun unter der Bezeichnung „2nd Generation Intel Xeon Scalable Processor“. Das Flaggschiff ist der neue „Xeon Platinum 9282“ mit 56 Kernen und zwölf DDR4-Speicherkanälen. Diese CPU setzt sich Hardware-technisch aus zwei 28-Kern-Chips zusammen, die jeweils über ein 6-Kanal RAM-Interface verfügen. Das entspricht also praktisch zwei bisherigen Xeon aus der Skylake-Generation, die eben bis zu 28 Kerne und die 6-Kenal-Speicherschnittstelle besitzen. Durch Hyper-Threading kann der Xeon Platinum 9282 enorme 112 Threads gleichzeitig bearbeiten, aber dafür muss man eine TDP von 400 Watt in Kauf nehmen.

Die zweite Generation der Intel Xeon SP (Scalable Processor) umfasst mehr als 50 neue Modelle von eben dem Xeon Platinum 9282 mit 56 Kernen und satten 77 MByte Cache bis runter zum Xeon Bronze 3204 mit nur noch sechs Kernen und 8,25 MBye integriertem Pufferspeicher. Wie alle neuen „Cascade Lake“ kommen diese Prozessoren weiterhin aus der 14-Nanometer-Fertigung und bieten das neue Feature namens „Intel Deep Learning Boost“. Dahinter verstecken sich neue CPU-Befehle auf unterster Ebene, die sogenannten „Vector Neural Network Instructions“ (VNNI) – eine Erweiterung der bisherigen AVX-512 Befehle von x86 CPUs zur Beschleunigung von Algorithmen künstlicher Intelligenz. Dies ist eine der Neuheiten, die „Cascade Lake“ mitbringt.

Außerdem sind die Prozessoren der neuen Generation Hardware-resistent gegen die vor etwas mehr als einem Jahr aufgetauchten ‚Spectre‘ und ‚Meltdown‘ Schlupflöcher, die Intel lange zu schaffen machten. Diese konnten bislang nur mit Windows- oder BIOS-Updates behoben werden, was aber vor allem bei älteren CPUs auf Kosten der Performance ging.

Weiterhin neu ist die Unterstützung von „Intel Optane DC Persistent Memory“ – Flash-Speicher als RAM statt DDR4. Diese Module passen in die bisherigen DDR4-Steckplätze, basieren aber auf SSD-Technologie und sind „nicht flüchtig“, behalten also selbst nach dem Ausschalten oder bei Stromausfall ihre Daten. Das soll für mehr Sicherheit und schnellere Neustarts sorgen. Optane ist natürlich nicht ganz so schnell wie DDR4, soll aber immerhin noch schneller sein als herkömmliche Solid State Drives und ermöglicht deutlich höhere Speicherkapazitäten. So unterstützen die neuen Intel Xeon SP (Cascade Lake) aktuell nun 3 TByte Hautpspeicher pro CPU bzw. 512 GByte pro Optane-Modul, wohingegen die bisherigen Xeon SP (Skylake) auf maximal 768 GByte DDR4-RAM pro CPU-Sockel beschränkt waren.

Preise spielen bei Betreiber von Rechenzentren nicht unbedingt eine große Rolle und Intel hat für die Xeon Platinum 9000 Serie mit Dual-Chip-Architektur auch noch keine genannt, aber nur als Einordnung: Der neue Xeon Platinum 8280 (Cascade Lake) mit 28 Kernen wird offiziell mit 10.009 US-Dollar gelistet.

Quelle: Intel

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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