AMD aktualisiert CPU- & GPU-Roadmaps

Zen 3 CPUs & Navi 2X (RDNA 2) noch dieses Jahr, Zen 4 & RDNA 3 dann 2022

AMD hat gestern auf seinem großen Treffen mit Investoren und Analysten nicht nur seine mittlerweile stabile Finanzlage mit kontinuierlichem Wachstum betont, sondern auch etliche Details zu seinen Produktplänen verraten. Dabei versprach man u.a., dass neue CPU- und Grafikkartengenerationen noch 2020 und die darauf folgenden Generationen im übernächsten Jahr kommen werden.

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Das bedeutet im Einzelnen, dass wir im Laufe dieses Jahres Prozessoren auf Basis der neuen „Zen 3“ Mikroarchitektur erwarten dürfen. Da es bei AMDs gestrigem „2020 Financial Analyst Day“ aber vorrangig um Finanzen ging, standen hier die profitableren Server-Prozessoren im Vordergrund. Dazu erklärte AMD, dass in diesem Jahr die dritte Generation der EPYC CPUs mit dem Codenamen ‚Milan‘ erscheint. Diese kommen weiterhin aus der 7-Nanometer-Fertigung, aber bis Ende 2022 soll die nächste Generation folgen: EPYC ‚Genoa‘ auf Basis der „Zen 4“ Mikroarchitektur und aus der 5-nm-Produktion.

Bei den Desktop-Prozessoren gingen die Prognosen von AMD nicht ganz so weit. Hier beschränkte sich AMD auf das Versprechen, dass die nächste Generation der Ryzen CPUs mit „Zen 3“ Mikroarchitektur noch bis Ende diesen Jahres veröffentlicht werden. Man rechnet allgemein aber damit, dass diese erst nach den neuen EPYC Server-CPUs kommen.

AMD erklärte auch, dass man bereits mehr als 260 Millionen ‚Zen‘ Kerne ausgeliefert habe. Allerdings ist hier die Wortwahl wichtig, denn AMD sagte nichts von Chips oder CPUs, sondern nannte hier explizit nur Kerne. Die Anzahl ausgelieferter Prozessoren ist also deutlich geringer sogar als die Hälfte von 260 Mio.

Auf Seite der Grafikkarten gab es noch etwas mehr Details. Zum Einen bestätigte AMD, dass in diesem Jahr die „RDNA 2“ Grafikarchitektur kommt und diese Hardware-beschleunigtes Raytracing unterstützt – was man aufgrund der offiziellen Spezfikationen der Xbox Series X bereits wusste, da diese auf RDNA2 Grafik basiert. Der sogenannte „Big Navi“ wird die RDNA2 Technologie verwenden. AMD versprach darüber hinaus, dass „RDNA 2“ bzw. „Navi 2X“ ein um 50 Prozent besseres Verhältnis von Performance pro Watt mitbringen wird, ähnlich wie die erste RDNA-Generation gegenüber „Graphics Core Next“ (Polaris / Vega). Und das obwohl RDNA2-GPUs weiterhin aus der 7-nm-Fertigung kommen. AMD will dies u.a. durch deutlich mehr Befehle pro Takt und höhere Frequenzen erreichen. Man muss allerdings dazu sagen, dass diese 50 % nicht gleichzeitig eine 50 % höhere Gaming-Leistung nach sich ziehen. Das muss man erst noch abwarten.

Zum Anderen kündigte AMD auch die „RDNA 3“ Grafikarchitektur mit „Navi 3X“ Karten an und stellte diese für das übernächste Jahr in Aussicht. Allerdings nannte AMD hier keine Fertigungstechnik, sondern nur eine „verbesserte Herstellung“. Hier will sich AMD nicht festlegen lassen und es könnte entweder schon die 5-nm-Prozesstechnologie sein oder eine nochmals verbesserte 7-nm-Produktion. Das hängt auch von AMDs Fertigungspartner TSMC ab.

Außerdem verkündete AMD eine Trennung der Grafikarchitekturen von Gaming- und professionellen Produkten. Während die Gaming-Grafikkarten weiterhin auf ‚RadeonDNA‘ basieren, werden professionelle Grafikprodukte für Server und Workstations künftig ‚CDNA‘ nutzen (ComputeDNA), die eher auf Computing ausgerichtet ist statt Rendering-Verfahren auch für Berechnungen zu nutzen.

Quelle: AMD 2020 Financial Analyst Day

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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