Doogee S68 Pro im Test: Robustes Outdoor-Smartphone - Seite 4

Stabiles Handy für ca. 260 Euro schwächelt bei der Kamera

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Display & Kamera

Doogee setzt für das S68 Pro auf ein IPS-LCD, was im Freien durchaus seine Vorteile hat. Denn LC-Displays erreichen üblicherweise höhere Helligkeiten als AMOLED-Pendants. Und für den ruppigen Outdoor-Einsatz wurde dieses Smartphone ja konzipiert, sodass diese Entscheidung Sinn ergibt – auch aus Kostengründen, schließlich sind LCD-Panels günstiger als AMOLED-Alternativen. Im Ergebnus ist der Bildschirm des Doogee S68 Pro auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut lesbar.

Allerdings merkt man hier eben doch, dass man es hier mit einem Mittelklasse-Gerät zu tun hat, denn die Farben wirken teilweise etwas verwaschen und könnten kräftiger sein. Die Blickwinkelstabilität ist ordentlich und die native Auflösung von 2.280 x 1.080 Pixeln auf 5,9 Zoll reicht aus, um ein scharfes Bild zu erzeugen.

Angesichts des Preises des Doogee S68 Pro gibt es hier keinen ernsthaften Grund zur Kritik, selbst wenn natürlich kein Wow-Effekt erzielt wird, wie ihn beispielsweise Geräte mit HDR-Unterstützung wie das Xiaomi Mi Note 10 zu erzielen vermögen. Die sind aber eben auch in anderen Preisklassen unterwegs.

Die Hauptkamera des Doogee S68 Pro liefert selbst für diese Preisklasse sehr zwiespältige Ergebnisse. Manuell lässt sich HDR weder an- noch abschalten und die Kamera hat eine extreme Tendenz zur Überbelichtung. Wir mussten fast immer vor dem Knipsen die Helligkeit manuell reduzieren, wollten wir nicht extremes Clipping, also einfach nur komplett weiße Flächen, vermeiden. Auch die Nachschärfung ist sehr extrem und an großen Bildschirm sofort zu erkennen. Die Ergebnisse sind durchschnittlich, mehr aber auch nicht.

Der Ultra-Weitwinkel-Modus markiert einen deftigen Abschnitt, denn die Verzerrungen an den Seiten sind frappierend. Wer einmal mit einem höherwertigen Smartphone Ultra-Weitwinkel-Fotos angefertigt hat, weiß, wie gut die Software dies normalerweise ausgleichen kann. Hier muss man mit dem Motiv viel Glück haben, damit das Endergebnis noch vorzeigbar ist.

Der Porträtmodus taugt nicht einmal als Partygag: Es wird einfach kreisrund ausgeschnitten, egal was man da ablichtet. Ein tatsächliches, intelligentes Ausschneiden von Objekten erfolgt also nicht. Es wird einfach um eine kreisrunde Fläche herum ein Filter über das Bild gelegt. Damit ist diese Funktion in der Praxis komplett unbrauchbar.

Die Frontkamera hingegen möchten wir als „in Ordnung“ bezeichnen. Sie knipst solide Selfies, wenn man nicht gerade im Gegenlicht fotografiert. Auch die Haupt-Linse der rückseitigen Kamera wäre zumindest für sich genommen ok. Auf die Ultra-Weitwinkel- und Poträt-Linsen hätte Doogee aber besser verzichtet und dafür nur einen Sensor optimiert.

André Westphal

Redakteur

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