GeForce RTX 30: Wechselt Nvidia zu TSMC?

Angeblich plant man GPU-Fertigung nächstes Jahr in 7- statt 8-nm-Technik

Nvidia lässt seine GeForce RTX ‚Ampere‘ Grafikchips bekanntlich bei Samsung in der 8-nm-Technik fertigen, aber bislang kommt man mit der Produktion nicht hinterher, was laut Nvidia an der unerwartet hohen Nachfrage liegt. Nun aber melden Quellen in Taiwan, dass das GeForce-Team für nächstes Jahr TSMC mit der Herstellung von ‚Ampere‘ Grafikchips in 7-nm-Technologie beauftragt habe.

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Das berichtet die renommierte DigiTimes in Taiwan. Demnach habe Samsung den Auftrag von Nvidia für die Produktion der GeForce RTX 30 Grafikchips bekommen, weil die Koreaner einen ordentlichen Rabatt eingeräumt hatten. Samsung habe aber wohl Probleme mit der Chipausbeute bei ihrer 8-Nanometer-Produktion, d.h. es gibt zuviele fehlerhafte Chips schon direkt bei der Herstellung. Nun gibt es Gerüchte, dass Nvidia 2021 zu Auftragsfertiger TSMC wechseln und die bereits etablierte 7-Nanometer-Technik der Taiwaner nutzen will. Damit wolle Nvidia das Risiko bei der Fertigung auf verschiedene Chipfabriken verteilen und TSMC könne seine 7-nm-Produktion auch im nächsten Jahr weiter auslasten, nachdem einige Auftraggeber bereits zur neuen 5-Nanometer-Fertigung wechseln.

Es ist allerdings unklar, wie Nvidia die unterschiedlichen Fertigungsquellen in sein Produktsortiment integriert. Unwahrscheinlich ist, dass man z.B. eine normale GeForce RTX 3080 mit 10 GByte aus unterschiedlicher Herstellung bekommt, ohne dass dies ersichtlich sei. Das könnte zu Klagen und Gerichtsverfahren führen. Vermutlich plant Nvidia für nächstes Jahr – ähnlich wie bei der GeForce RTX 20 ‚Turing‘ Reihe – SUPER-Modelle der GeForce RTX 30 Serie, die dann mit Grafikchips von TSMC kommen, während die normalen RTX 3070 und 3080 weiterhin von Samsung produziert werden. Oder die bereits erwarteteten GeForce RTX 3070 und 3080 mit doppeltem Grafikspeicher werden bereits in Taiwan produziert. Dies ist allerdings alles noch Spekulation.

Quelle: DigiTimes

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

3 Antworten

  1. Joe sagt:

    Wieso könnten unterschiedliche Herstellungsverfahren zu „Klagen und Gerichtsverfahren“ führen? Das ist ja nicht Bestandteil einer zugesicherten Produkteigenschaft. Wenn der 7nm-Chip weniger verbrauchen sollte, dann ist das halt ein Bonus. Klar, es gibt immer Leute, die etwas zum Klagen finden, die Frage ist doch wie aussichtsreich das ist. Nach der Argumentation dürften CPUs ja auch nicht unterschiedlich übertaktbar sein, aber auch hier gilt: Der Nominaltakt wird zugesichert, was darüber hinausgeht ist Bonus.

    • Ist alles noch Spekulation, aber kommt darauf an, wie Nvidia das kommuniziert. Wenn man z.B. die 7-nm-Chips offiziell ankündigt und dann jemand einen 8-nm-Chip bekommt, ist dieser wohl nicht glücklich… auch wenn es für ihn in der Praxis keinen Unterschied machen dürfte.

  2. Joe sagt:

    Gut, dass eine Firma bei solchen Vorgängen auch auf ihr Image achten muss stimmt sicherlich, und bei bspw. Schülern die sich so eine GPU vom Taschengeld zusammensparen kann ich auch den Frust zumindest nachvollziehen wenn man dann nicht das Optimum kriegt.
    Ich glaube (oder hoffe) jedenfalls, dass es nicht leicht ist einen Rechtsanwalt zu finden, der seinem Mandanten zur (erstmal teuren) Klage rät, weil das Produkt die zugesicherten Eigenschaften mit einem 8-nm-Chip statt mit einem 7-nm-Chip erfüllt.

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