Filmstudios wollen VPN-Anbieter zum Speichern von Nutzerdaten zwingen

Zudem sollen bekannte Raubkopie-Websites gesperrt werden

VPN-Anbieter erfreuen sich bei Nutzern wachsender Beliebtheit. Sie haben das Potenzial, die eigenen Nutzerdaten zu schützen und zudem Zugriff auf Angebote zu gewähren, die sonst regional beschränkt sind. Allerdings sind die VPN-Anbieter großen Filmstudios ein Dorn im Auge. Sie fordern nun, dass die VPN-Dienstleister Nutzerdaten mitschneiden und bekannte Piraten-Websites, auf denen urheberrechtlich geschütztes Material feilgeboten oder verlinkt wird, sperren.

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So geht man da gerade konkret mit einer Klage gegen die Anbieter Surfshark, VPN Unlimited, Zenmate und ExpressVPN vor. Sie werden auch oft von YouTuber gegen Bezahlung beworben. Die Klagenden sind mehrere Produktionsfirmen, unter denen sich etwa auch die Macher von Filmen wie „Dallas Buyers Club“ oder „London Has Fallen“ befinden. Man wirft den Anbieter vor, aktiv Urheberrechtsverletzungen zu fördern. Auch wird kritisiert, dass über die VPN-Anbieter regionale Beschränkungen zu umgehen, um beispielsweise aus Europa US-Inhalte von Netflix und Co. abzurufen. Damit werde teilweise auch aktiv geworben.

Rechtlich sei das aber nicht einwandfrei, da die jeweiligen Lizenzen für die Inhalte je nach Region vergeben werden. Zudem werfen die Filmproduzenten den VPN-Anbietern vor, dass sie ihre Dienste auch dafür bewerben würden, dass urheberrechtlich geschütztes Material bezogen und geteilt werden könne, ohne erwischt zu werden. Die Kläger unterstellen, dass z. B. einige Piraten-Websites wie YTS.movie Partnerschaften mit ExpressVPN unterhalten würden, wo jener Dienst aktiv beworben werde. Da dürfte aber die Frage sein, ob ExpressVPN dies bekannt ist.

Als Argument wird da auch eingeworfen, dass VPN-Angebote es den Nutzern ermöglichen würden, ungestraft mit Hetze im Netz davonzukommen. Um hier der Wildwest-Mentalität ein Ende zu bereiten, fordert man, dass VPN-Anbieter Nutzer individuell identifizieren und ihre Daten mitschneiden. Das würde natürlich den Sinn eines VPN-Angebots wiederum aushebeln. Zudem fordern die Studios / Produktionsfirmen Schadensersatz.

Es ist damit zu rechnen, dass die VPN-Anbieter diesen sehr breiten Anschuldigungen widersprechen werden. Weitere Einzelheiten zur Klage sind hier einzulesen.

Quelle: TorrentFreak

André Westphal

Redakteur

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