Epic Games argumentiert im Rechtsstreit mit Apple mit der Offenheit der Macs

Man sieht keinen Grund, warum der App Store an mobilen Endgeräten andere Regeln aufstellen sollte

Epic Games zankt sich seit Monaten mit Apple vor Gericht. Stein des Anstoßes war, dass der Entwickler bewusst einen Rausschmiss aus dem App Store riskierte, indem man die Zahlungsmethoden von Apple im Dauerbrenner „Fortnite“ umging. Anschließend griffen gegenseitige Vorwürfe um sich: Apple warf Epic Games eben genau das vor: Es auf den Rausschmiss aus dem Store angelegt zu haben, um sich öffentlichkeitswirksam als Opfer zu inszenieren bzw. als Verfechter der Kundenrechte. Epic Games wirft Apple wiederum vor, sein Monopol im iOS-Kosmos auszunutzen, um massive und ungerechtfertigte Provisionen einzustreichen. Aktuell gehts der Rechtsstreit munter in die nächste Runde.

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Ein erstes Urteil stellte weder Apple noch Epic Games zufrieden: Apple sollte zwar nicht dazu verpflichtet werden, andere App Stores unter iOS zuzulassen oder „Fortnite“ erneut im App Store zu genehmigen, ein Richter urteilte aber, dass Apple zumindest Links zu anderen Zahlungsmodalitäten billigen müsse. Apple will auch das vermeiden, während Epic Games das Urteil nicht weit genug ging. Man erhofft sich, dass Apple es zulassen muss, dass Apps via Sideloading oder über alternative Stores unter iOS zugelassen werden.

Apple argumentierte bisher, das würde die Sicherheit der Nutzer beeinträchtigen. Epic Games kontert nun in einem neuen Schreiben, dass Apple da bei seinen eigenen Systemen mit zweierlei Maß messe: Denn unter macOS erlaube man des den Usern, Apps aus dem Web zu beziehen und zu installieren. Auch macOS werde dennoch von Apple als sicher vermarktet. Daher dürfte es eigentlich auch aus Apples keinen ernsthaften Grund geben, aus dem Sideloading nicht auch unter iOS möglich sein sollte.

Letzten Endes wird der Rechtsstreit zwischen Apple und Epic Games sicherlich noch Monate, wenn nicht Jahre, andauern. Bis ein endgültiges Ergebnis vorliegt, werden die User also noch abwarten müssen.

Quelle: Tech Crunch

André Westphal

Redakteur

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