Microsoft will Windows 11 deutlich effizienter machen

Betriebssytem soll schlanker werden, sowohl bei RAM als auch Festplattenplatz

Microsoft nimmt einen neuen Anlauf, um die Systemanforderungen von Windows 11 spürbar zu senken. Im Zentrum steht dabei ein internes Optimierungsprogramm mit dem Codenamen „20/20“, das sowohl den Arbeitsspeicherverbrauch im Leerlauf als auch die Installationsgröße des Betriebssystems um rund 20 Prozent reduzieren soll.

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Das „20/20“-Vorhaben war ursprünglich bereits in Arbeit, wurde jedoch zwischenzeitlich zugunsten eines stärkeren Fokus auf KI-Funktionen innerhalb von Windows 11 zurückgestellt. Angesichts zunehmender Kritik an Performance und Ressourcenverbrauch hat Microsoft das Projekt nun reaktiviert. Das dürfte zu den Anfang Februar berichteten Plänen gehören, bei Windows 11 künftig weniger KI zu integrieren und den Fokus auf Stabilität zu legen.

Vor allem im Vergleich zu früheren Windows-Versionen fällt auf, dass das aktuelle System eine deutlich höhere Anzahl an Hintergrundprozessen ausführt. Dazu zählen unter anderem Sicherheitsdienste in Echtzeit, Suchindexierung, Telemetrie, Widgets sowie Cloud-basierte Synchronisationsdienste wie OneDrive. Diese Vielzahl an Diensten sorgt dafür, dass Systeme selbst im Idle-Betrieb eine erhöhte Grundlast aufweisen.

Ein weiterer Faktor für den gestiegenen Ressourcenbedarf liegt in der technischen Architektur von Windows 11. Das Betriebssystem vereint mehrere Entwicklungsansätze: klassische Win32-Komponenten, moderne UI-Frameworks wie WinUI sowie webbasierte Technologien wie WebView2. Diese hybride Struktur ermöglicht zwar eine hohe Flexibilität und beschleunigt die Entwicklung neuer Features, bringt jedoch auch Ineffizienzen mit sich. Überlappende Subsysteme und parallele Rendering-Pipelines führen zu zusätzlichem Overhead – ein Problem, das das „20/20“-Projekt gezielt adressieren soll.

Twitter-Diskussion von Microsoft-Mitarbeitern über das 20/20-Projekt

Mit der Wiederaufnahme der Optimierungsinitiative signalisiert Microsoft einen Strategiewechsel: Neben Innovationen soll künftig auch die Effizienz stärker in den Vordergrund rücken. Ziel ist es, die Plattform zu verschlanken, ohne dabei auf bestehende Funktionen oder moderne Features zu verzichten. Konkret bedeutet das: geringerer RAM-Verbrauch im Leerlauf, kleinere Installationspakete und insgesamt eine reaktionsschnellere Nutzererfahrung – insbesondere auf Systemen mit begrenzten Ressourcen.

Ein konkreter Zeitrahmen für die Umsetzung wurde bislang nicht genannt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass erste Ergebnisse des „20/20“-Projekts in kommenden Updates für Windows 11 einfließen werden.

Quelle: Windows Latest

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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