Apple bekommt Speicherknappheit beim iPhone zu spüren

Trotz großer Bestellmengen verweigern sogar chinesische RAM-Hersteller Rabatte

Die anhaltende DRAM-Knappheit sorgt inzwischen selbst bei den größten Unternehmen der Technologiebranche für Probleme. Wie Brancheninsider berichten, bemüht sich Apple derzeit intensiv darum, ausreichend Arbeitsspeicher für die bevorstehende Produktion der nächsten iPhone-Generation zu sichern. Weniger als sechs Wochen vor der erwarteten Vorstellung der iPhone 18 Serie inklusive eines neuen iPhone Ultra sollen die Auftragsfertiger des Unternehmens ihre Bestellungen für LPDDR5X-Speicher deutlich beschleunigt haben.

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Apple verfügt über eine der komplexesten und leistungsfähigsten Lieferketten der Welt. Dennoch scheint die aktuelle Situation auf dem Speichermarkt selbst den iPhone-Hersteller unter Druck zu setzen. Als wichtigste Quelle für LPDDR5X-DRAM gilt weiterhin Micron. Die Speicherchips des US-Unternehmens kommen bereits in zahlreichen Apple-Produkten zum Einsatz und sollen auch die nächste iPhone-Generation versorgen. Daneben gehören auch Samsung und SK Hynix zu Apples Speicherlieferanten. Dennoch soll Micron derzeit die zentrale Rolle bei der Versorgung mit LPDDR5X-DRAM spielen.

Schon Anfang dieses Monats wurde berichtet, dass Apple in China nach Wegen aus der Speicherkrise sucht. Nun hat Apple laut Insider-Information auch Gespräche mit dem chinesischen Speicherhersteller CXMT aufgenommen, um zusätzliche LPDDR5X-Kapazitäten für seine aktuelle Produktpalette zu sichern. Besonders bemerkenswert ist dabei die angebliche Verhandlungsposition. Apple soll versucht haben, aufgrund der geplanten hohen Abnahmemengen günstigere Preise auszuhandeln. CXMT habe dies jedoch abgelehnt und keine Rabatte gewährt. Sollte sich der Bericht bestätigen, wäre dies ein ungewöhnlicher Vorgang: Üblicherweise gehört Apple zu den Unternehmen mit erheblicher Marktmacht gegenüber seinen Zulieferern.

Der Grund für CXMTs selbstbewusste Haltung soll in der außergewöhnlich hohen Nachfrage liegen. Chinesische Hyperscaler, sogenannte Neo-Cloud-Anbieter sowie zahlreiche KI-Unternehmen kaufen demnach derzeit praktisch die gesamte verfügbare DRAM-Produktion des Unternehmens auf. Dadurch besteht für CXMT offenbar kaum ein Anreiz, Großkunden Preisnachlässe einzuräumen. Selbst mögliche Liefermengen für Apple seien nach Angaben der Quelle bereits anderweitig verplant oder könnten problemlos zum aktuellen Marktpreis verkauft werden.

Die Entwicklung verdeutlicht, wie stark sich die Kräfteverhältnisse auf dem Speichermarkt verändert haben. Während große OEMs in der Vergangenheit häufig über ihre Einkaufsvolumina erhebliche Preisvorteile erzielen konnten, scheint sich der Markt angesichts der weltweiten DRAM-Knappheit zunehmend zugunsten der Hersteller zu entwickeln. Sollte sich die Versorgungslage im kommenden Jahr wie erwartet weiter verschärfen, dürfte diese Verhandlungsmacht weiter auf Seiten der Speicherproduzenten liegen. Ob Apple letztlich bereit ist, die von CXMT geforderten Marktpreise zu akzeptieren, ist bislang allerdings nicht bekannt.

Quelle: Digital Daily (Korea)

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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