Microsoft erklärt Verzicht auf AMD bei Surface-PCs

Surface setzt derzeit auf Intel, Qualcomm und Nvidia, aber AMD bleibt außen vor

Microsoft bietet seine aktuellen Surface-PCs mit Prozessoren von Intel und Qualcomm an, künftig kommt mit Nvidia zudem ein weiterer wichtiger Chipentwickler hinzu. Auffällig ist dagegen das Fehlen von AMD. Nun hat Microsoft erklärt, warum es derzeit keine Surface-Geräte mit Ryzen-Prozessoren gibt.

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Laut Brett Ostrum, Corporate Vice President für Surface, liegt der Grund nicht in einem schlechten Verhältnis zu AMD. Vielmehr müsse Microsoft angesichts des vergleichsweise begrenzten Surface-Portfolios genau auswählen, mit welchen Partnern und Plattformen die einzelnen Geräte ausgestattet werden. „We have to make our choices pretty wisely“, erklärte Ostrum gegenüber Windows Central: „Wir müssen unsere Entscheidungen ziemlich klug treffen“.

Die fehlende AMD-Hardware in aktuellen Surface-Modellen bedeutet demnach nicht, dass Microsoft die Zusammenarbeit mit AMD beendet hätte. Ostrum betonte vielmehr die weiterhin enge Beziehung zwischen beiden Unternehmen. Besonders deutlich wird diese im Gaming-Bereich: AMD liefert bereits die Prozessor- und Grafiktechnologie für die aktuellen Xbox-Konsolen und wird auch bei deren nächster Generation eine wichtige Rolle spielen.

Bei Surface verfolgt Microsoft dagegen derzeit eine andere Plattformstrategie. Die jüngsten Geräte setzen unter anderem auf Qualcomms Snapdragon X2 Plattform. Microsoft hat im September beispielsweise neue Varianten des Surface Pro 12 und Surface Laptop 13 mit Snapdragon X2 Plus vorgestellt. Für diese Geräte nennt Microsoft unter anderem höhere CPU- und Grafikleistung sowie deutlich schnellere lokale KI-Inferenz als Vorteile.

Hinzu kommt Nvidia: Mit dem Surface Laptop Ultra arbeitet Microsoft inzwischen auch mit Nvidia an einem besonders leistungsorientierten Surface-Modell.

Der Verzicht auf AMD ist allerdings keine grundsätzliche Entscheidung gegen den Hersteller. Microsoft hatte AMD bereits in früheren Surface-Generationen eingesetzt. Ein bekanntes Beispiel ist der 2019 eingeführte Surface Laptop 3, das sowohl mit Intel- als auch mit AMD-Prozessoren angeboten wurde.

Microsoft Surface Laptop 3 mit AMD Ryzen

Zwischenzeitlich gab es zudem Gerüchte über ein Surface-Gerät mit einem speziell für Microsoft entwickelten AMD-Chip auf Arm-Basis. Das unter dem Codenamen „Sound Wave“ gehandelte Projekt ist bislang jedoch nicht in einem kommerziellen Surface-Produkt aufgetaucht.

Damit bleibt die Tür für AMD grundsätzlich offen. Microsoft hat nach Aussage seines Surface-Chefs keine grundsätzliche Absage an zukünftige AMD-Produkte formuliert. Entscheidend dürfte vielmehr sein, ob AMD künftig eine Plattform anbieten kann, die sich sinnvoll in das begrenzte Surface-Portfolio und dessen strategische Ausrichtung einfügt.

Für AMD bedeutet das zunächst, dass die Surface-Reihe weiterhin kein zusätzliches Schaufenster für Ryzen-Prozessoren darstellt. Für Microsoft wiederum ermöglicht die Konzentration auf wenige Plattformpartner eine stärker kontrollierte Produktpalette – allerdings um den Preis, dass Kunden bei Surface derzeit keine AMD-Option zur Auswahl haben.

Quelle: Windows Central

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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