Sieben Cloud-Trends 2026 – Von der „Cloud als Ort“ hin zur Anpassungsfähigkeit

Cloud nicht mehr nur ein Ort, sondern ein Betriebsmodell – sieben Trends definieren nach Meinung von Pure Storage neu, wie Unternehmen Portabilität, Ausfallsicherheit und Kostenkontrolle gestalten können

(Auszug aus der Pressemitteilung)

Unternehmen bewegen sich weg von der „Cloud als Ort“ hin zu einem einheitlichen Betriebsmodell. Dieses stellt Hybrid-Cloud, KI-Workloads, Datengravitation, Cloud-Kostenmanagement und resiliente, portable Architekturen, die sich schnell an Veränderungen anpassen, in den Vordergrund.

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Seit mehr als einem Jahrzehnt drehen sich die Diskussionen um die Cloud um den Standort: On-Prem vs. Public Cloud, Private vs. Hybrid, Lift and Shift vs. Cloud-Native. 2026 wird dieser Rahmen nach Meinung von Pure Storage zunehmend als veraltet gelten. Die interessantere Frage ist jetzt nicht mehr, wo Workloads ausgeführt werden, sondern wie schnell sie sich an Veränderungen, Nachfrage, Ausfälle, Vorschriften und KI-bedingte Unvorhersehbarkeiten anpassen können, beispielsweise durch flexiblen, einheitlichen Speicher.

Flexibilität und Anpassungsfähigkeit werden der Schlüssel zu erfolgreichen Cloud-Strategien sein. Pure Storage nennt die sieben Cloud-Trends, die diesen Wandel prägen:

  1. Das Ende der „Cloud als Ort“

    2026 ist die Cloud nicht mehr nur ein Ziel, sondern ein Betriebsmodell. Die meisten Unternehmen haben eine Realität akzeptiert, die das Marketing der Hyperscaler einst zu verschleiern versuchte: Keine einzelne Umgebung ist für jede Workload optimal. Latenz, Kostenvolatilität, Datengravitation, Souveränitätsanforderungen und GPU-Verfügbarkeit spielen alle eine Rolle – und sie ändern sich im Laufe der Zeit. Das Ergebnis ist, dass Cloud-Strategien mittlerweile bewusst flexibel gestaltet werden.

    Workloads sind so konzipiert, dass sie nicht nur einmal, sondern wiederholt zwischen Umgebungen verschoben werden können, wenn sich wirtschaftliche, risikobezogene oder leistungsbezogene Anforderungen ändern. Die Gewinner sind nicht diejenigen, die vor fünf Jahren die „richtige“ Cloud ausgewählt haben, sondern diejenigen, die die Reibungsverluste zwischen den Clouds minimiert haben.

    Dieser Wandel zeigt sich zunehmend darin, wie Infrastrukturverantwortliche über die Cloud-Strategie selbst sprechen. In einem kürzlich erschienenen Interview in Data Wire beschreibt Nirav Sheth, Vice President bei Pure Storage, die moderne Cloud-Architektur weniger als einen Ort, an dem Daten gespeichert werden, sondern vielmehr als eine einheitliche Datenbasis, die es Anwendungen und Teams ermöglicht, sich frei und reibungslos zu bewegen. Diese Sichtweise spiegelt wider, was viele Unternehmen aus erster Hand erfahren: Der Erfolg der Cloud hängt weniger von der Wahl der „richtigen“ Umgebung ab, sondern vielmehr von der Minimierung der Komplexität zwischen den Umgebungen.

    Trendsignal: Unternehmen investieren weniger in Migrationsprojekte und mehr in Portabilitätsarchitekturen.

  2. KI bricht mit alten Annahmen zur Cloud

    KI-Workloads zwingen dazu, fast alle Annahmen aus der Cloud-Ära zu überdenken: Elastische Rechenleistung spielt keine große Rolle, wenn die Datenpipelines nicht mithalten können. Der Zugriff auf GPUs ist nutzlos, wenn die Speicherlatenz zum Engpass wird. „Pay-as-you-go” verliert an Attraktivität, wenn Trainingsläufe lang, teuer und unvorhersehbar sind.

    Im Jahr 2026 trennen Unternehmen KI-Experimente bewusster von der KI-Produktion. Training, Feinabstimmung und Inferenz finden oft an unterschiedlichen Orten statt und unterliegen unterschiedlichen Kosten- und Leistungsmodellen. Die wichtigste Erkenntnis ist: Der Erfolg von KI hängt weniger von der reinen Rechenleistung ab als vielmehr von der Effizienz, Konsistenz und Wiederherstellbarkeit der Datenbewegung.

    Trendsignal: Storage ist nicht mehr nur eine passive Ebene, sondern ein grundlegender Faktor für die KI-Leistung.

  3. Hybrid ist kein Kompromiss mehr

    Hybrid wurde früher als Übergangsphase betrachtet – als Sprungbrett zur „echten Cloud”. Diese Vorstellung hat sich nicht bewährt. Im Jahr 2026 sind hybride Architekturen zunehmend bewusst gewählt und nicht mehr zufällig entstanden. Unternehmen kombinieren verschiedene Umgebungen, um bestimmte Ergebnisse zu optimieren. Die Anforderungen sind vorhersehbare Kosten für Workloads im Normalbetrieb, geringe Latenz für datenintensive Anwendungen, regionale Kontrolle zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften sowie Burst-Kapazität für Spitzen, Experimente oder Wiederherstellung.

    Was sich geändert hat, sind die Tools. Moderne Hybrid-Cloud-Lösungen werden nicht mit instabilen Scripts und manuellen Workflows zusammengeschustert. Sie werden über APIs, Automatisierung und richtliniengesteuerte Kontrollen orchestriert, die die Infrastruktur als austauschbar behandeln.

    Trendsignal: Hybrid entwickelt sich von einem architektonischen Kompromiss zu einem strategischen Vorteil.

  4. Cloud-Kostenmanagement wird zu einer Designdisziplin

    Die Cloud-Kostenoptimierung ist über Dashboards und nachträgliche Berichte hinaus gereift. Im Jahr 2026 werden Kosten zunehmend während des Designprozesses und nicht während der monatlichen Überprüfungen behandelt. Engineering-Teams treffen architektonische Entscheidungen unter Berücksichtigung des langfristigen wirtschaftlichen Verhaltens – insbesondere bei datenintensiven Workloads, bei denen sich die Kosten unbemerkt summieren.

    Drei Veränderungen stechen dabei besonders hervor: die Bevorzugung vorhersehbarer Preise gegenüber variablen Überraschungen, die verstärkte Kontrolle der Datenausgangs- und Replikationskosten sowie eine bessere Abstimmung zwischen Finanz-, Plattform- und Engineering-Teams. Unternehmen lehnen die Cloud-Ökonomie nicht ab, aber sie verlangen Klarheit und Kontrolle.

    Diese Kostenüberlegungen sind zunehmend untrennbar mit Entscheidungen über Sicherheit und Ausfallsicherheit verbunden. Wie Philip Asiala, Senior Principal Enterprise Architect bei SAIC, kürzlich in einer Diskussion in Data Wire feststellte, verursachen Cloud-Architekturen, die auf kurzfristige Elastizität ausgerichtet sind, oft versteckte langfristige Kosten. Dies gilt sowohl hinsichtlich Finanzierung als auch betrieblicher Kosten, insbesondere, wenn Datenbewegung, Replikation und Wiederherstellung als Nebensache behandelt werden. Das Ergebnis sind Umgebungen, die auf dem Papier effizient aussehen, sich aber unter Belastung als anfällig erweisen.

    Trendsignal: Finanzielle Vorhersehbarkeit wird zu einer erstklassigen Anforderung an die Architektur.

  5. Ausfallsicherheit rückt weiter nach oben

    Die Cloud versprach standardmäßig Ausfallsicherheit. Die Realität erwies sich als differenzierter. Bis 2026 werden die meisten Unternehmen akzeptieren, dass Verfügbarkeitszonen und -regionen Risiken nicht beseitigen, sondern lediglich ihre Form verändern. Stromausfälle, Ausfälle der Steuerungsebene, Fehlkonfigurationen und menschliches Versagen kommen immer noch vor, oft mit großen Auswirkungen – die jüngste Störung an der CME (Chicago Mercantile Exchange) und andere größere Ausfälle sind dafür perfekte Beispiele.

    Infolgedessen verschiebt sich die Resilienz – von Infrastrukturgarantien hin zur Wiederherstellung auf Anwendungsebene, von Backup-Checklisten hin zur regelmäßigen Validierung der Wiederherstellung und von „Five Nines“-Marketing hin zu echten RTO- und RPO-Ergebnissen. Die Unternehmen, die Störungen am besten überstehen, sind nicht diejenigen mit der größten Redundanz, sondern diejenigen, die sich am schnellsten und sichersten wiederherstellen können.

    Trendsignal: Die Wiederherstellungsgeschwindigkeit wird wichtiger als die theoretische Verfügbarkeit.

  6. Die Datengravitation behauptet sich still und leise

    Jahrelang hieß es, dass die Datengravitation in einer Cloud-first-Welt verschwinden würde. Stattdessen wird sie immer ausgeprägter – insbesondere da Datensätze immer größer und verteilter werden. KI-Trainingsdaten, Observability-Protokolle, Sicherheitstelemetrie und Compliance-Archive sammeln sich schnell an. Sie häufig zu verschieben ist teuer, langsam und riskant. Im Jahr 2026 deutet sich eine Verlagerung hin zur Berechnung der Daten statt umgekehrt, zum Entwurf von Architekturen, die unnötige Datenbewegungen minimieren, und zur Behandlung der Datenlokalität als strategische Variable und nicht als Unannehmlichkeit.

    Unternehmensarchitekturen, die Daten als fließend behandeln, anstatt sie an eine bestimmte Umgebung zu binden, gewinnen an Boden. Beispielsweise bietet eine Enterprise Data Cloud eine einheitliche Datenebene, mit der Unternehmen Daten konsistent über lokale Systeme, Colocation-Standorte und große Clouds hinweg verwalten und sichern können. Diese Art der Abstraktion steht im Einklang mit der sich abzeichnenden Ansicht, dass die Verlagerung der Rechenleistung zu den Daten und die Vermeidung unnötiger Datenbewegungen sowohl eine Leistungs- als auch eine Kostenoptimierungsstrategie ist.

    Trendsignal: Entscheidungen zur Datenplatzierung prägen erneut das Systemdesign.

  7. Der Erfolg der Cloud ist weniger auffällig – und nachhaltiger

    Der vielleicht wichtigste Trend ist kultureller Natur. Die Cloud-Reife im Jahr 2026 scheint ruhiger zu verlaufen als die Hype-Zyklen der Vergangenheit. Dies bedeutet weniger Big-Bang-Migrationen, weniger absolutistische Strategien und dafür mehr stetige, bewusste Optimierung. Der Erfolg wird weniger daran gemessen, wie „Cloud-nativ” etwas klingt, sondern vielmehr daran, ob es eine konsistente Leistung liefert, sich reibungslos von Ausfällen erholt, ohne finanzielle Einbußen skaliert und neue Workloads ohne Neuerfindungen unterstützt.

    Kurz gesagt: Die Cloud wird langweilig, aber auf eine gute Art und Weise.

Fazit von Pure Storage

Bei der Cloud im Jahr 2026 geht es nicht darum, sich für eine Seite zu entscheiden. Es geht darum, Systeme zu entwickeln, die sich elegant an neue Technologien, neue Risiken und neue Geschäftsrealitäten anpassen. Die Unternehmen, die sich durchsetzen, jagen nicht dem nächsten Plattformtrend hinterher. Sie investieren in Einfachheit, Portabilität und Ausfallsicherheit, damit der Übergang, wo auch immer ihre Workloads als Nächstes ausgeführt werden, eher routinemäßig als disruptiv verläuft. Und genau darauf entwickelt sich die moderne Cloud letztendlich hin: weniger Drama, mehr Beständigkeit.