AMDs Ryzen AI Prozessoren könnten bald den Sprung aus dem Notebook-Segment schaffen. Neue Berichte deuten darauf hin, dass die „Gorgon Point“-Familie der Ryzen AI 400 Serie im zweiten Quartal 2026 auch für Desktop-Systeme erscheinen soll – und zwar auf dem etablierten AM5-Sockel. Sollte sich das bestätigen, würde die Ryzen-AI-Marke inklusive dedizierter NPU erstmals in steckbaren Desktop-Plattformen landen, statt wie bisher primär in verlöteten Mobil-Designs oder kompakten OEM-Systemen.
Auslöser der aktuellen Spekulationen ist kein Benchmark-Leak, sondern ein Fund in Partnerunterlagen. Eine Rendergrafik zu Ryzen AI PRO 400 soll im AMD-Partnerportal aufgetaucht sein – also dort, wo typischerweise Marketingmaterial für Launch-Präsentationen und Produktseiten bereitgestellt wird. Solche Assets gelten als Indiz dafür, dass ein Produkt die Planungsphase verlässt und in Richtung Markteinführung vorbereitet wird. Auffällig ist zudem die Dateihistorie: Ein älterer ursprünglicher Zeitstempel bei gleichzeitig jüngstem Upload deutet darauf hin, dass AMD aktiv an der Finalisierung des Materials arbeitet.
Architektonisch sollte man die Erwartungen dämpfen. „Gorgon Point“ wird allgemein als Refresh auf Basis von „Strix Point“ und „Krackan Point“ beschrieben, nicht als komplett neue Silizium-Generation. Für Desktop-Nutzer bleibt das dennoch interessant: AM5-Systeme bieten deutlich höhere Dauerleistungsbudgets und bessere Kühlung als ultradünne Notebooks. Das kann in stabileren Boost-Taktraten und potenziell stärkerer iGPU-Performance resultieren. Ein fundamentaler Generationssprung ist jedoch eher nicht zu erwarten.
Bemerkenswert ist der „PRO“-Fokus. Sollte die erste Desktop-Welle tatsächlich als Ryzen AI PRO 400 erscheinen, dürfte AMD zunächst den Business-Markt adressieren – also verwaltete Flotten und kommerzielle PCs. Dort lassen sich On-Device-KI-Beschleunigung, moderne integrierte Grafik und eine langfristige Plattform-Roadmap besonders gut vermarkten.
Für Enthusiasten bleibt entscheidend, ob diese Chips auch im Retail erscheinen und als Nachfolger klassischer Desktop-APUs auf AM5 positioniert werden – oder ob AMD eine eigenständige „Ryzen AI“-Desktop-Kategorie etabliert. Bis zur offiziellen SKU-Bestätigung bleibt das Q2-2026-Zeitfenster samt AM5-Support ein starkes Indiz, aber kein finales Datenblatt. Spannend werden OEM-Ankündigungen, BIOS-Updates mit explizitem APU-Support und AMDs offizielle Desktop-Produktvorstellung.
Quelle: Videocardz.com

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