Qualcomm Snapdragon C für Windows-Notebooks ab 300 Euro

Kommende ARM-Notebooks mit neuem Snapdragon-Chip würden MacBook Neo deutlich unterbieten

Mit dem neuen Snapdragon C erweitert Qualcomm seine Windows-on-ARM-Strategie erstmals konsequent in den Budget-Bereich. Die neue Plattform richtet sich an günstige Windows-Notebooks ab etwa 300 US-Dollar und soll vor allem Schüler, Familien, Bildungseinrichtungen sowie kleine Unternehmen ansprechen. Erste Geräte von Acer, HP und Lenovo werden noch im Laufe des Jahres erwartet.

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Bislang konzentrierte sich Qualcomm im PC-Segment vor allem auf Premium-Notebooks mit Snapdragon-X-Prozessoren und starkem Fokus auf KI-Funktionen. Mit Snapdragon C will das Unternehmen nun direkt mit günstigen x86-Lösungen von Intel und AMD konkurrieren – insbesondere mit Chips wie Intels N100-Serie oder einfachen Ryzen-Mobile-Varianten. Gleichzeitig ist es der Versuch, Apples derzeit enorm erfolgreiches und offiziell ab 700 Euro erhältliches MacBook Neo zu unterbieten, dessen Nachfrage die Erwartungen deutlich übertrifft.

Interessant ist dabei vor allem die technische Positionierung. Anders als die Snapdragon-X-Serie setzt Snapdragon C nicht auf Qualcomms moderne Oryon-CPU-Kerne, sondern auf die ältere Kryo-Architektur. Qualcomm selbst nennt bislang nur wenige technische Details, doch Branchenbeobachter gehen davon aus, dass ARM-basierte Cortex-Kerne zum Einsatz kommen, die primär auf Energieeffizienz und niedrige Abwärme optimiert wurden.

Das Ziel ist offensichtlich nicht maximale Rechenleistung, sondern ein möglichst günstiges und zugleich modernes Notebook-Erlebnis. Qualcomm verspricht flüssiges Arbeiten bei typischen Alltagsaufgaben wie Web-Browsing, Office-Anwendungen, Videostreaming oder Videokonferenzen. Gleichzeitig sollen die Geräte durch die ARM-Architektur besonders leise und energieeffizient arbeiten. Gerade die Kombination aus langer Akkulaufzeit, lüfterarmen Designs und permanent aktiver Konnektivität gilt seit Jahren als einer der größten Vorteile von ARM-basierten Windows-Systemen gegenüber klassischen x86-Notebooks.

Auch im Einstiegssegment verzichtet Qualcomm nicht auf KI-Funktionen. Snapdragon C integriert eine dedizierte NPU (Neural Processing Unit), die lokale KI-Berechnungen beschleunigen soll. Damit lassen sich bestimmte AI-Features direkt auf dem Gerät ausführen, ohne permanent Cloud-Ressourcen zu benötigen. Für Microsofts Copilot+ Programm reicht die Leistung allerdings offenbar nicht aus. Qualcomm bestätigte bereits, dass Snapdragon-C-Systeme die Anforderungen für Copilot+ PCs nicht erfüllen werden. Microsoft verlangt dafür aktuell mindestens 40 TOPS KI-Leistung der NPU sowie mindestens 16 GByte RAM und 256 GByte Speicher. Wie leistungsfähig die integrierte KI-Hardware tatsächlich ausfällt, ist derzeit noch unklar. Qualcomm hat bislang keine konkreten TOPS-Werte veröffentlicht.

Auch wenn Qualcomm viele Spezifikationen noch zurückhält, gilt es als wahrscheinlich, dass bekannte Technologien wie Adreno-Grafiklösungen und FastConnect-Funkmodule integriert werden. Details zu GPU-Leistung, Speicheranbindung, SSD-Support oder Netzwerkfunktionen sollen näher zum Marktstart folgen.

Acer hat bereits ein Notebook-Modell auf Basis des Snapdragon C angekündigt, das erste Hinweise auf die Spezifikationen solcher Laptops gibt. Demnach ist das Aspire Go 15 ein 15,6-Zoll-Laptop mit 1080p-Display, bis zu 8 GByte Arbeitsspeicher und maximal 512 GByte Speicherplatz ausgestattet. Das entspricht den Eckdaten des MacBook Neo. Windows 11 Home wird vorinstalliert und es gibt auch eine Copilot-Taste zum direkten Aufruf des KI-Assistenten. Über die Leistungsfähigkeit des verbauten Snapdragon C mit Adreno-GPU gibt es allerdings noch keine Angaben. Auch Preis und Erscheinungstermin nennt Acer bislang nicht.

Die Strategie hinter Snapdragon C ist dennoch bereits klar erkennbar: Qualcomm möchte Windows-on-ARM erstmals im echten Volumenmarkt etablieren. Während bisherige Snapdragon-Laptops häufig im Premium-Segment oberhalb von 1000 Euro positioniert waren, zielt Snapdragon C auf den klassischen Einstiegsbereich – also genau jenes Marktsegment, das im Windows-Bereich bislang fast vollständig von Intel- und AMD-Prozessoren dominiert wird.

Quelle: Pressemitteilung

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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