(Auszug aus der Pressemitteilung)
Kommentar von Mark Molyneux, Field CTO, Commvault:
Für dieses und die weiteren Jahre bleibt die Planung der Infrastruktur-Budgets schwierig: Denn die Preise für Speicher, Platten und selbst Gehäuse steigen rasant. Das wird die Verantwortlichen für den IT-Betrieb dazu motivieren, noch mehr in die Cloud zu migrieren. Hohe Preise sind aber nicht das einzige Argument für den Weg in die Cloud.
Die Preise für Speicherkomponenten sind massiv gestiegen und eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht. So erklärte der Geschäftsführer des DRAM-Giganten Nanya Technology, Li Peiying, dass sich das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage bei Speichern nicht verbessert habe. Ein Ausbalancieren sei frühestens ab Mitte 2028 zu erwarten.
Ein Antreiber der Schieflage ist dabei die enorme Nachfrage durch den Ausbau der KI-Infrastruktur. Der KI-Boom lässt Datenberge anwachsen, die neue Rechenzentren brauchen. Allein in Deutschland will die Bundesregierung die Rechenkapazitäten für Künstliche Intelligenz in den kommenden viereinhalb Jahren mindestens vervierfachen und für Rechenzentren jeder Art mindestens verdoppeln. Die dafür benötigten Zentren verlangen größte Mengen an Storage, CPU, Hauptspeicher und viele Hardware mehr.
Auch diese enorme Nachfrage ist ein Grund dafür, Speicherpreise in die Höhe schnellen zu lassen. Pua Khein Seng, CEO von Phison, dem führenden Entwickler für NAND-Flash-Controller, weiß, dass einige NAND-Flash-Hersteller ihre Preise daher um bis zu 50 Prozent erhöht hätten. Auch sein Unternehmen bediene nun laut Digitimes vor allem die Nachfrage nach Hardware-Ressourcen für die KI und liefere direkt an Cloud-Service-Provider (CSPs) und KI-Hyperscaler.
Mangel und Konkurrenz als Preismotor wirken auch bei herkömmlichen Speichermedien. Jedes Unternehmen wird mit seinem Infrastrukturbudget unfreiwilliger Akteur im Wettbieten um diese Ressourcen, um sich gegen die globalen Hyperscaler behaupten zu können.
Den Preisdruck verschärft kurzfristig die aktuelle Iran-Krise. Die zeitweilige Sperrung der Straße von Hormus erschwerte die Logistik für das von der südkoreanischen Halbleiterindustrie oder auch für Festplatten in Rechenzentren benötigte Heliumgas. Analysten vermuteten daher vorübergehend einen weiteren preistreibenden Faktor.
Nicht nur der Preisfaktor wird Unternehmen in die Multi-Cloud bewegen
Der Wunsch, Kosten durch das Anmieten von Cloud-Ressourcen zu minimieren oder festzuschreiben und andere Aufwendungen etwa für die Wartung zu sparen, war schon immer ein Argument für die Cloud. Verlockend ist aber gerade angesichts der aktuellen Situation auch die Notwendigkeit, die Verfügbarkeit von Speicherressourcen sicherzustellen und auszulagern.
Kostensicherheit und Verfügbarkeit sind jedoch nicht die einzigen Faktoren. Weitere Entwicklungen werden die Rolle der Cloud und ihrer Ressourcen für die Planung von Speicher und Infrastruktur vergrößern:
- KI bleibt Cloud-gebunden: Die meisten KI-Modelle sind Kinder der Cloud und bleiben deshalb zunächst an sie gebunden. Entscheider werden nach dem Best-of-Breed-Prinzip die beste KI-Engine für ihre Anwendungsfälle nutzen wollen. Unabhängig vom Preisfaktor wandern die notwendigen Daten in unterschiedlichen Modellen zu den Cloud-Anbietern.
- Flexibilität als Rückversicherung der Verfügbarkeit: Die Ausfälle populärer Cloud-Provider im vergangenen und in diesem Jahr veranlassen die Entscheider, die Risiken ihrer IT neu zu bewerten. Entscheidend ist dabei die Frage, ob sich die Unternehmens-IT zu stark auf einen Anbieter verlässt. Denn wer seine Infrastruktur stärker differenziert und ihr Gewicht auf mehrere tragende Säulen verteilt, erhöht die Ausfallsicherheit seiner Multi-Cloud. Gefragt sind also Plattformlösungen, die eine hohe, dabei aber einfache Flexibilität für das Storage-Management in unterschiedlichen Umgebungen anbieten können.
- Datensouveränität auch in der Cloud möglich: Insbesondere europäische Kunden wollen ihre Daten teilweise in eine Sovereign Cloud ablegen, um die Kontrolle über Datenstandort, Betrieb und Sicherheit ihrer ausgelagerten Umgebung sowie über das Management der Verschlüsselungs-Keys zu behalten. Mit der Auswahl des richtigen Partners, der einen Speicherort innerhalb einer deutschen Gerichtsbarkeit anbietet, ist dies möglich.
- Administrierbare Komplexität: Viele Aufgaben rufen scheinbar nach vielen Tools. Leider neigen viele Verantwortliche deshalb dazu, mehrere Werkzeuge für diese Aufgaben einzusetzen. Diese Fragmentierung von Tools und Technologien verursacht Lücken in der Abdeckung und ist für die IT-Teams schwieriger zu managen. Jedes Werkzeug folgt seiner eigenen Policy-Sprache sowie Konzeption und sieht nur einen Teil der Cloud und der Daten. In der Folge bleibt oft unklar, welche Daten tatsächlich abgesichert sind, wer auf sie zugreift und wo Compliance-Risiken bestehen. Für die Multi-Cloud wird deshalb eine einheitliche zentrale Kontrollinstanz essenziell – unabhängig davon, in welcher Cloud die Daten liegen oder, ob sie On-Premises bleiben. Eine einheitliche Sicht auf alle diese Umgebungen schafft eine konsistente Benutzererfahrung, ein zentral gesteuertes Richtlinienmanagement und ein durchgängiges Compliance-Modell.
Besonders relevant wird eine zentrale Sicht auf die Datensicherung in Zeiten wachsender KI-Anwendungen, um den Betrieb und die Analysen zuverlässig zu sichern. Systeme wie BigQuery, RedShift oder Apache Iceberg zeigen beispielhaft, wie vielfältig und komplex heutige Datenlandschaften sein können – und wie wichtig ein ganzheitlicher Schutzansatz für KI-Daten ist. Zugriffsicherheit, Funktionen wie isolierte, unveränderbare Speicher und Sicherungen, der Schutz von Daten durch Anomalie-Erkennung, Bedrohungsscans oder kontinuierliche Analysen der Backups helfen, Risiken für die Verfügbarkeit sauberer Daten frühzeitig zu erkennen. Eine solche Datensicherung und Datensicherheit ist auch für KI-Daten in der Cloud relevant. Und realistisch.
Nicht allein der Preis, auch Überlegungen der Verfügbarkeit, der Flexibilität und der Souveränität bei handhabbarer Komplexität sprechen für die Multi-Cloud. Der Trend zur Multi-Cloud wird daher ungebrochen bleiben. Eurostat führt an, dass im Jahr 2025 über die Hälfte der EU-Firmen bezahlte Cloud Services nutzten – Tendenz steigend. Einem Bericht von Flexera zufolge setzen bereits 89 Prozent der befragten Unternehmen auf Multi-Cloud-Strategien. Man sieht sich in der Cloud.

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