AMD weiter mit Zuwächsen im Servermarkt

EPYC-Prozessoren erreichen fast die Hälfte aller CPU-Firmenausgaben

Der Servermarkt verschiebt sich weiter zugunsten von AMD. Neue Zahlen der Marktforscher von Mercury Research zeigen, dass AMD im ersten Quartal 2026 einen historischen Meilenstein erreicht hat: Die EPYC-Prozessoren des Unternehmens standen für 46,2 Prozent aller Ausgaben im Server-CPU-Markt. Damit kratzt AMD erstmals an der 50-Prozent-Marke beim Umsatzanteil im Rechenzentrumssegment.

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Diese Entwicklung hatte sich bereits Ende 2025 angedeutet, als AMD 40 Prozent Umsatzanteil im Server-CPU-Markt knacken konnte. Das hat sich dieses Jahr offenbar fortgesetzt.

Besonders bemerkenswert ist dabei die Diskrepanz zwischen Umsatz- und Stückzahlenanteil. Während AMD bei den ausgelieferten CPUs lediglich auf 27,4 Prozent kommt, entfällt fast die Hälfte aller Ausgaben auf EPYC-Systeme. Das deutet klar darauf hin, dass AMD derzeit deutlich höhere durchschnittliche Verkaufspreise (ASPs) erzielt als der Hauptkonkurrent Intel.

Intel bleibt weiterhin Marktführer bei den ausgelieferten Einheiten. Die Xeon-Plattformen des Unternehmens erreichten im Q1 2026 einen Stückzahlenanteil von 54,9 Prozent. Gegenüber dem vierten Quartal 2025 entspricht das allerdings einem Rückgang um 3,4 Prozentpunkte.

Konkrete Umsatzdaten für Intel liegen zwar nicht vor, doch die Zahlen lassen einen eindeutigen Schluss zu: Intel verkauft mehr CPUs, erzielt dabei jedoch niedrigere Durchschnittspreise als AMD. EPYC-Prozessoren positionieren sich zunehmend im Premium-Segment moderner KI- und Cloud-Infrastrukturen, wo hohe Kernzahlen, große Speicherbandbreiten und Energieeffizienz entscheidende Faktoren sind.

Neben AMD und Intel wächst auch der Einfluss von ARM-basierten Serverlösungen. Laut den Zahlen von Mercury Research entfielen im ersten Quartal 2026 bereits 17,7 Prozent aller Server-CPU-Auslieferungen auf ARM-Designs. Damit stammt inzwischen nahezu jede fünfte ausgelieferte Server-CPU aus dem ARM-Ökosystem.

Welche Anbieter konkret hinter diesen Zahlen stehen, bleibt offen. Möglich sind sowohl externe Hersteller wie Ampere Computing als auch proprietäre Entwicklungen großer Cloud-Konzerne wie Google, AWS oder Microsoft. Gerade Hyperscaler investieren zunehmend in eigene CPU-Designs, um ihre Infrastruktur besser auf spezifische Workloads optimieren zu können.

Ein zentraler Treiber für die aktuelle Nachfragewelle ist der Boom rund um sogenannte „Agentic AI“-Systeme. Diese neuen KI-Architekturen verändern die klassische Balance zwischen CPUs und GPUs im Rechenzentrum grundlegend. Traditionell kamen in KI-Servern häufig Konfigurationen mit einer CPU und vier bis acht GPUs zum Einsatz. Bei modernen agentischen KI-Deployments verschiebt sich dieses Verhältnis zunehmend in Richtung 1:1. Für jede GPU wird also nahezu eine dedizierte CPU benötigt.

Das erhöht den Bedarf an leistungsfähigen Server-Prozessoren massiv – und spielt insbesondere AMD in die Karten. Berichten zufolge verkauft das Unternehmen aktuell praktisch jede produzierte EPYC-CPU.

Auch Intel profitiert grundsätzlich von der starken Nachfrage im Datacenter-Segment. Kürzlich wurde bereits berichtet, dass Intel jetzt auch zuvor wegen Mängeln verworfene CPU-Chips nutzt, um der hohen Nachfrage nachzukommen. Offenbar greifen Kunden derzeit nahezu jede verfügbare Server-CPU auf.

Dennoch scheint AMD momentan die bessere Position im Premium-Segment zu besitzen. Die Kombination aus hoher Nachfrage, begrenztem Angebot und starker Performance ermöglicht dem Unternehmen deutlich höhere ASPs – ein entscheidender Faktor für Profitabilität und Marktwert.

Quelle: Ben Bajarin @ X

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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