(Auszug aus der Pressemitteilung)
GlobalFoundries (GF) und Qualinx haben heute die erfolgreiche Umsetzung des ersten vollständig europäisch aufgesetzten, durchgängigen Halbleiter-Fertigungsflusses auf der FDX-Technologieplattform in der Fab von GF in Dresden bekanntgegeben. Dieser Meilenstein belegt, dass sicherheitskritische Chips für Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und kritische Infrastrukturen vollständig in Europa entwickelt, gefertigt und ausgeliefert werden können.
In der Partnerschaft fungiert Qualinx als Launch-Kunde mit einem hochintegrierten GNSS-SoC-Design für sichere Positioning, Navigation and Timing (PNT)-Applikationen. Das QLX3xx-Design adressiert dabei souveräne GNSS-basierte PNT-Lösungen für Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und kritische Infrastrukturen – etwa robuste Timing- und Synchronisationsnetze sowie hochintegrierte, ultra-stromsparende GNSS-Empfänger am Connected Edge.
GF und Qualinx setzen Maßstäbe für GFs „European Sovereign Manufacturing“
Mit Unterstützung durch den European Chips Act etabliert die GF-Fab in Dresden „European Sovereign Manufacturing“, das alle Prozessschritte – von Design-Intake und Secure Mask Services bis zur Wafer-Fertigung – innerhalb der Europäischen Union bündelt. Weder sensible Designdaten noch physische Materialien verlassen Europa; damit erfüllt der Ansatz die strengen regulatorischen und sicherheitstechnischen Anforderungen europäischer Regierungen, Verteidigungsbehörden, Systemintegratoren und Betreiber kritischer Infrastrukturen.
„Wir zeigen, dass Europa sich auf einen sicheren, durchgängigen Halbleiter-Fertigungsfluss verlassen kann, der die höchsten Anforderungen von Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung erfüllt“, erklärt Dr. Manfred Horstmann, Senior Vice President und General Manager bei GlobalFoundries. „Unsere Partnerschaft mit Qualinx markiert den ersten operativen Meilenstein: Sie beweist, dass komplexe, sicherheitsrelevante ASIC-Designs für Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und kritische Infrastrukturen bereits heute über einen vollständig europäischen, vertrauenswürdigen Manufacturing Path industrialisiert werden können.“

Tom Trill, CEO von Qualinx, und Dr. Manfred Horstmann, Senior Vice President und General Manager bei GlobalFoundries
„Dieses erste sichere Produkt zeigt, dass ein vollständig europäischer Manufacturing Path – von den Mask Services bis zur Wafer-Produktion – heute bereits Realität ist“, sagt Tom Trill, CEO von Qualinx. „Gemeinsam mit GlobalFoundries haben wir unsere Digital RF-Technologie auf GFs FDX-Plattform für einen sicheren End-to-End-Flow optimiert und bringen nun unser ultra-stromsparendes, rekonfigurierbares GNSS-SoC mit Analog Front End auf den Markt. Dieser Meilenstein unterstreicht unsere Fähigkeit, vertrauenswürdige, energieeffiziente Lösungen zu liefern – bei voller Kontrolle über IP, Daten und Lieferkette innerhalb Europas.“
Roadmap: European Sovereign Manufacturing skalieren
Das mit Qualinx realisierte Tape-out stellt den ersten operativen Meilenstein auf dem Weg zu einem vollständig automatisierten „Trusted European Flow“ dar, den GF bis Ende 2026 in Dresden etablieren will. Ab 2027 können Kunden aus Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und kritischen Infrastrukturen diesen Flow im Rahmen regulärer Foundry-Zusammenarbeit nutzen – inklusive der Einbindung europäischer IP-Partner, Mask Houses und OSAT‑Dienstleister, um eine durchgängig in Europa verankerte Wertschöpfungskette sicherzustellen.
Bereits heute befinden sich eine Reihe europäischer System- und Modulhersteller aus Luft- und Raumfahrt sowie Defense-Segmenten ebenso wie Betreiber kritischer Infrastrukturen in Gesprächen mit GF, um kommende Produktgenerationen in das European Sovereign Manufacturing zu überführen. Der erfolgreiche Start mit Qualinx dient hierbei als Referenzprojekt und reduziert sowohl technische als auch regulatorische Risiken für nachfolgende Programme.
Um European Sovereign Manufacturing für sicherheitskritische Anwendungen weiter zu stärken, arbeitet GF zudem mit führenden europäischen Connectivity- und Cloud-Anbietern zusammen, um Datenflüsse entlang der gesamten Halbleiter-Wertschöpfungskette abzusichern. In einem gemeinsamen Projekt mit der Deutschen Telekom prüft GF derzeit, wie produktionsrelevante Daten – von Design und Tape-out über Fertigung und Test bis hin zu Qualitätsdaten – vollständig innerhalb Europas verarbeitet, übertragen und gespeichert werden können, und zwar über europäische Netze, Cloud-Infrastrukturen und Rechenzentren. Die gewonnenen Erkenntnisse – etwa zu sicherem Routing, Verschlüsselung und Zugriffsmanagement für hochsensible Workloads aus A&D und kritischen Infrastrukturen – fließen direkt in die Weiterentwicklung und Skalierung des European Sovereign Manufacturing-Modells von GF ein.
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