Chinesischer Speicherhersteller CXMT bis Ende 2027 ausgebucht

PC-Hersteller sichern sich langfristig DRAM-Kontingente nun auch in China

Der chinesische DRAM-Hersteller CXMT entwickelt sich zunehmend zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für Samsung, SK Hynix und Micron. Wie aus einem Bericht aus Taiwan hervorgeht, ist die Nachfrage nach den Speicherchips des Unternehmens inzwischen so hoch, dass die Produktionskapazitäten bis Ende 2027 nahezu vollständig ausgebucht sind. Vor allem größere PC-Hersteller sollen sich derzeit langfristige Lieferkontingente sichern, um sich gegen mögliche Engpässe auf dem Speichermarkt abzusichern.

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Die hohe Nachfrage nach DRAM wird derzeit von mehreren Faktoren angetrieben. Neben dem anhaltenden Boom rund um Künstliche Intelligenz (KI) steigt auch der Speicherbedarf klassischer PCs und Notebooks weiter an. Gleichzeitig rechnen viele Marktteilnehmer damit, dass sich das Angebot moderner DRAM-Chips in den kommenden Jahren nicht im gleichen Tempo erhöhen wird. Vor diesem Hintergrund sollen zahlreiche PC-Hersteller bereits heute Lieferverträge mit CXMT (ChangXin Memory Technologies) abgeschlossen haben, die ihnen Speicherlieferungen bis weit in das Jahr 2027 sichern. Ein derart langer Planungshorizont ist in der Speicherbranche eher ungewöhnlich und verdeutlicht, wie angespannt die Markterwartungen inzwischen sind.

Lange Zeit spielte CXMT vor allem auf dem chinesischen Heimatmarkt eine Rolle. Inzwischen gelingt es dem Unternehmen jedoch zunehmend, sich auch international als Alternative zu den etablierten Speicherherstellern zu positionieren. Dazu trägt nicht nur der kontinuierliche Ausbau der Fertigungskapazitäten bei. Auch die technologische Entwicklung schreitet voran: CXMT produziert inzwischen moderne DDR5-Speicher und arbeitet daran, den Rückstand gegenüber den Marktführern weiter zu verkleinern. Gleichzeitig profitiert das Unternehmen von Chinas Bestrebungen, die Abhängigkeit von westlichen Halbleiterherstellern zu reduzieren.

Ein wesentlicher Treiber bleibt die rasante Verbreitung von KI-Anwendungen. Server für generative KI, Cloud-Infrastrukturen und moderne Rechenzentren benötigen deutlich größere Speicherkapazitäten als frühere Systeme. Hinzu kommen leistungsfähigere PCs mit integrierten KI-Funktionen, die ebenfalls zunehmend mit größeren Arbeitsspeichern ausgestattet werden. Dadurch wächst der Bedarf an DRAM schneller als noch vor wenigen Jahren. Viele Marktbeobachter und sogar CPU-Hersteller wie AMD rechnen deshalb damit, dass sich der Speicherbedarf auch 2027 auf einem hohen Niveau bewegen wird.

DDR5-Kits von Gloway und KingBank aus China mit CXMT-Chips

Sollten die Berichte über die bis Ende 2027 ausgebuchten Produktionskapazitäten zutreffen, könnte dies auch Auswirkungen auf die Preisentwicklung haben. Bereits seit Monaten rechnen verschiedene Marktanalysten mit einem angespannten DRAM-Markt. Langfristig vergebene Produktionskontingente würden das frei verfügbare Angebot zusätzlich reduzieren und könnten steigende Preise begünstigen. Für PC-Hersteller hätte eine frühzeitige Sicherung der Liefermengen den Vorteil, besser kalkulieren zu können und sich gegen mögliche Marktengpässe abzusichern. Kleinere Hersteller könnten dagegen größere Schwierigkeiten haben, kurzfristig ausreichend Speicherbausteine zu beschaffen.

Parallel zur hohen Nachfrage bereitet CXMT den nächsten Wachstumsschritt vor. Das Unternehmen plant einen Börsengang, dessen Erlöse unter anderem in den Ausbau der Produktionskapazitäten sowie in Forschung und Entwicklung fließen sollen. Ziel ist es, den technologischen Abstand zu Samsung, SK Hynix und Micron weiter zu verkleinern und die Position als vierter großer DRAM-Hersteller weltweit zu festigen. Sollte der chinesische Speicherhersteller die eigene Fertigung weiter stark ausbauen, könnte CXMT Micron sogar bald einholen.

Quelle: DigiTimes

Frank Schräer

Herausgeber, Chefredakteur und Webmaster

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