Der chinesische Speicherhersteller CXMT entwickelt sich immer stärker zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für die etablierten DRAM-Hersteller. Einer aktuellen Analyse von Marktforschern zufolge soll das Unternehmen bis Ende 2026 eine Produktionskapazität von rund 350.000 DRAM-Wafern pro Monat erreichen. Damit würde CXMT nur noch knapp hinter Micron liegen, das im gleichen Zeitraum auf etwa 375.000 Wafer pro Monat kommen soll.
Die Zahlen verdeutlichen, wie schnell Chinas größter DRAM-Hersteller seine Fertigung ausbaut. Während Micron seit Jahrzehnten neben Samsung und SK Hynix zu den drei weltweit führenden Speicherherstellern zählt, wurde CXMT (ChangXin Memory Technologies) erst vor wenigen Jahren gegründet, um die Abhängigkeit Chinas von ausländischen Speicherlieferanten zu reduzieren.
Besonders bemerkenswert ist laut dem Bericht das hohe Bautempo neuer Produktionsanlagen. Während etablierte Speicherhersteller in der Regel 21 bis 24 Monate benötigen, um Reinräume für die Chipfertigung fertigzustellen, soll CXMT dafür lediglich rund zwölf Monate benötigen. Dadurch kann das Unternehmen seine Fertigungskapazitäten deutlich schneller erweitern und flexibel auf die hohe Nachfrage nach DRAM reagieren.
Allerdings steht CXMT weiterhin vor erheblichen technologischen Herausforderungen. Aufgrund der US-Sanktionen hat das Unternehmen keinen Zugang zu modernen EUV-Lithografiesystemen (Extreme Ultraviolet), wie sie von den weltweit führenden Speicherherstellern eingesetzt werden. Stattdessen setzt CXMT auf ältere DUV-Anlagen (Deep Ultraviolet) und gleicht deren Nachteile durch aufwendige Multi-Patterning-Verfahren aus. Dass das Unternehmen trotz dieser Einschränkungen bereits nahezu die Produktionsmenge von Micron erreichen könnte, gilt in der Branche als beachtliche Leistung.
Auch technologisch macht CXMT deutliche Fortschritte. Bereits Anfang des Jahres bestätigte das Unternehmen die Auslieferung von 16-Gbit-DDR5-Speicherchips mit einer Geschwindigkeit von 8.000 MT/s. Die Chips besitzen eine Fläche von lediglich 67 mm² und basieren auf der neuen G4-Generation, deren Speicherzellen rund 20 Prozent kleiner ausfallen als bei der vorherigen G3-Fertigung. Damit setzt CXMT seine Entwicklung konsequent fort. Nach den ersten Generationen auf 23 nm (G1) und später 18 nm (G2) verkleinert das Unternehmen seine Strukturen kontinuierlich und steigert gleichzeitig die Speicherdichte.
Zudem befinden sich inzwischen 24-Gbit-DDR5-Chips in der Serienproduktion. Diese arbeiten derzeit zwar mit niedrigeren Datenraten von rund 6.000 MT/s, ermöglichen dafür jedoch deutlich höhere Speicherkapazitäten pro Modul. Im Vormonat waren dementsprechend bereits neue DDR5-Kits in China aufgetaucht, die auf US- & Korea-Chips verzichten.
Parallel produziert CXMT auch LPDDR5X-10667-Speicher in 12- und 16-Gbit-Ausführungen, die vor allem für Smartphones sowie KI-Beschleuniger vorgesehen sind. Die boomende Nachfrage nach Hardware für Künstliche Intelligenz gilt derzeit als einer der wichtigsten Wachstumstreiber für den chinesischen Hersteller.
Neben dem massiven Ausbau der Produktionskapazitäten verfolgt China offenbar auch eine langfristige Strategie zum Aufbau einer unabhängigen Speicherindustrie. Dem Bericht zufolge soll die chinesische Regierung CXMT dazu ermutigen, Teile seines DRAM-Know-hows und geistigen Eigentums an weitere heimische Hersteller weiterzugeben. Als mögliche Empfänger werden unter anderem JHICC, Swaysure sowie XMC, eine Tochtergesellschaft von YMTC, genannt. Ziel sei es, die Versorgung des chinesischen Marktes mit DRAM langfristig sicherzustellen und gleichzeitig die technologische Entwicklung weiterer Hersteller zu beschleunigen.
Sollte CXMT seine Ausbaupläne wie vorgesehen umsetzen, dürfte sich der Wettbewerb auf dem globalen Speichermarkt weiter verschärfen. Bislang dominieren Samsung, SK Hynix und Micron den DRAM-Markt nahezu vollständig. Ein chinesischer Hersteller mit einer Produktionskapazität auf Augenhöhe mit Micron könnte das Kräfteverhältnis jedoch nachhaltig verändern. Ob CXMT seine Speicher künftig auch in größerem Umfang außerhalb Chinas anbieten kann, bleibt allerdings abzuwarten. Neben technologischen Hürden dürften dabei insbesondere geopolitische Spannungen und bestehende Exportbeschränkungen eine entscheidende Rolle spielen.
Quelle: Zephyr @ X

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