Ein geplatztes Konsolenprojekt und eine eingehaltene Zahlung über 7 Millionen US-Dollar legten den Grundstein für den Aufstieg von Nvidia. Zum 30. Jubiläum der Partnerschaft reist CEO Jensen Huang nach Japan, um dem damaligen Spielkonsolenhersteller Sega die gebührende Ehre zu erweisen, denn damals stand seine Firma kurz vor dem Aus.
Heute zählt Nvidia zu den wertvollsten Technologieunternehmen der Welt und dominiert sowohl den Markt für Gaming-Grafikkarten als auch den Bereich der KI-Beschleuniger. Dass das Unternehmen diesen Erfolg überhaupt erreichen konnte, ist jedoch maßgeblich einer Entscheidung von Sega vor rund 30 Jahren zu verdanken. Am 15. Juli wird Nvidia-CEO Jensen Huang deshalb persönlich in Akihabara erscheinen, um das Jubiläum dieser außergewöhnlichen Partnerschaft zu feiern.
Gegründet im Jahr 1993, brachte Nvidia bereits 1995 mit dem NV1 seinen ersten Grafikprozessor auf den Markt. Gleichzeitig arbeitete das Unternehmen gemeinsam mit Sega an Grafiktechnologien für eine zukünftige Konsolengeneration. Als Nachfolger des NV1 war bereits der sogenannte NV2 vorgesehen.
Der NV1 erwies sich jedoch als Fehlschlag. Während sich die PC-Spielebranche zunehmend auf polygonbasierte 3D-Grafik und Microsofts Direct3D-API konzentrierte, setzte Nvidia auf sogenannte quadratische Oberflächen (Quadratic Surface Rendering). Diese Technologie fand kaum Unterstützung bei Spieleentwicklern und konnte sich am Markt nicht durchsetzen.
Aufgrund der technologischen Neuausrichtung entschied sich Sega schließlich dazu, die Entwicklung des NV2 einzustellen. Für Nvidia hätte dies beinahe das Aus bedeutet. Jensen Huang berichtete später mehrfach, dass dem Unternehmen damals nur noch wenige Monate finanzieller Spielraum geblieben seien.
Obwohl das Projekt eingestellt wurde, entschied sich der damalige Sega-Präsident Hayao Nakayama, den bestehenden Vertrag vollständig zu erfüllen. Die vereinbarte Zahlung in Höhe von 7 Millionen US-Dollar wurde trotz der Projektabsage geleistet. Diese Entscheidung verschaffte Nvidia die dringend benötigte Zeit, um seine Grafikarchitektur komplett neu zu entwickeln.
Mit den zusätzlichen finanziellen Mitteln entwickelte Nvidia eine völlig neue GPU-Architektur. Das Ergebnis war 1997 die Riva 128, die vollständig auf polygonbasierte 3D-Grafik und Direct3D setzte. Die Grafikkarte wurde zum ersten großen kommerziellen Erfolg des Unternehmens.
Nur zwei Jahre später folgte die GeForce 256, die Nvidia erstmals offiziell als Graphics Processing Unit (GPU) bezeichnete. Dank Hardware-Transform-and-Lighting (T&L) setzte die GeForce 256 neue Maßstäbe und etablierte Nvidia endgültig als einen der wichtigsten Hersteller im Grafikkartenmarkt.
In den folgenden Jahren expandierte das Unternehmen kontinuierlich, übernahm unter anderem Teile von 3dfx und entwickelte mit CUDA eine Plattform für GPU-beschleunigtes Computing. Heute bilden diese Technologien die Grundlage zahlreicher KI-Anwendungen und Rechenzentren weltweit.
Jensen Huang bezeichnet die damalige Entscheidung von Sega seit Jahren als einen der wichtigsten Wendepunkte der Unternehmensgeschichte. Nach seinen eigenen Aussagen hätte Nvidia ohne die 7-Millionen-Dollar-Zahlung möglicherweise nicht überlebt.
Zum 30-jährigen Jubiläum dieser Partnerschaft reist Huang nun nach Akihabara in Tokio. Dort findet am 15. Juli eine Jubiläumsveranstaltung für japanische Gaming-Fans statt. Nvidia Japan hat zudem angekündigt, unter den Besuchern eine GeForce RTX 5090 Founders Edition zu verlosen.
Quelle: NVIDIAGeForceJP @ X


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