GoPro ist als Pionier für Actionkameras international bekannt geworden und hatte sich zeitweise zum Marktführer jener Sparte gemausert. Doch was einst ein Trendbereich gewesen ist, hat sich mittlerweile eher zur Nische entwickelt. Zumal GoPro von Konkurrenten wie DJI und Insta360 unter Druck gesetzt wird. Zuletzt brachen die Umsätze des Herstellers um harte 26 % ein. Jetzt warnt GoPro öffentlich davor, dass die Insolvenz droht.
Wer sich über die offenen Ansagen wundert: GoPro muss nach US-Gesetzgebung öffentlich dazu Stellung beziehen und Anleger rechtzeitig über anstehende Zahlungsschwierigkeiten informieren. Zunächst konnte der Anbieter einige Kredite stunden, gibt aber zu, dass man kommende Zahlungsverpflichtungen wohl nicht werde bedienen können. GoPro ist einer der Hersteller, denen die Speicherkrise besonders zu schaffen macht. Denn anders als Riesen wie Apple und Samsung kann man die gestiegenen Komponentenkosten weder einfach selbst schlucken noch direkt auf seine Produkte aufschlagen.
Im Ergebnis ist bei GoPro aktuell geplant, 23 % der Belegschaft zu entlassen. Obendrein sieht man sich weiterhin nach potenziellen Käufern des Unternehmens um. Auch ein radikaler Wechsel der Produktstrategie steht im Raum. Etwa könnte man das Angebot für Privatkunden einstellen und seine Kameras vielmehr für das Militär oder die Luftfahrt anbieten. Da wäre allerdings zunächst zu klären, ob und wie man die Ansprüche der beiden Zweige tatsächlich erfüllt.
Der Aktienkurs von GoPro ist als Folge der Ankündigung um 14 % gefallen und rangiert schon lange unter 1,20 US-Dollar. Das ist nur noch ein Bruchteil dessen, was die Aktie zu Hochzeiten des Herstellers wert gewesen ist. 2014 stand sie etwa bei einem Wert von 90 US-Dollar.
Quelle: Bloomberg

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